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Archiv für Tipps und Tricks

Jerry Seinfelds Motivationsgeheimnis

Jerry Seinfeld, Foto von Alan Light
Foto von Alan Light

Viele talentierte Schreiberlinge scheitern an einer ganz bestimmten Kleinigkeit: Konsequenz.

Viele sind gute Schreiber, viele sogar talentiert, doch die meisten von uns, und da schließe ich mich bei weitem nicht aus, müssen an ihrem Können arbeiten. Es ist möglich, die eigene Schreibe zu verbessern, doch etwas zu erschaffen, was wirklich von Bedeutung ist, erfordert eiserne Beharrlichkeit. Konsequent sein Ziel vor Augen und kontinuierlich darauf hin zu arbeiten, ist etwas, dass nur den wenigsten auf lange Sicht gelingt.

Zu einfach schleichen sich alltägliche Aufgaben dazwischen, andere Hobbies, Freunde, die Familie, und schon ist vergessen, dass man ja eigentlich einen Roman schreiben wollte.

Der Komiker Jerry Seinfeld (in Amerika sehr berühmt, in Deutschland war er mit seiner Fernsehserie Seinfeld bekannt) hat sein eigenes System entwickelt, am Ball zu bleiben.

Er weiß, dass zielgerichtete Arbeit über einen langen Zeitraum auch für einen Comedian sehr wichtig ist, und kaufte sich deswegen einen großen Wandkalender, welcher auf einem Blatt das ganze Jahr anzeigte.

Nach jedem Tag prüft er, ob er ausreichend an seiner Karriere gearbeitet hat, und streicht danach den Tag im Kalender an. Auf diese Weise entsteht, im günstigsten Fall, eine durchgehende Linie, die sich über Tage, vielleicht Wochen zieht.

Der Effekt? Er fing an, die Linie zu mögen. Er wollte sie wachsen sehen und arbeitete deswegen härter an sich selbst.

Seinfelds Kommentar zu seiner Methode und der Punkt, den er am meisten betonte: Don’t break the chain (Breche Brich nicht die Kette)

Ich finde diese Methode, sich selbst zu motivieren, sehr schön und kann mir denken, dass sie eine Menge dazu beitragen kann, im Rhythmus zu bleiben. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal, wo sich ein billiger Wandkalender auftreiben lässt.

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Was wir von Benjamin Franklin lernen können

Benjamin FranklinBenjamin Franklin dürfte uns allen ein Begriff sein. Der Naturwissenschaftler, Verleger und Schriftsteller wird nicht umsonst als einer Gründungsvater der Vereinigten Staaten bezeichnet, und die meisten von uns werden sich erinnern, dass er unter anderem den Blitzableiter erfunden hat.

Möglich wurden Franklins Erfolge, die aufzuzählen den Rahmen des Beitrags sprengen würde, dadurch, dass er ein außerordentlich talentierter Autodidakt war, der sein Wissen größtenteils aus wissenschaftlichen Büchern bezog.

Dafür ist selbstverständlich ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, und auch sonst war Franklin in vielerlei Hinsicht ein gutes Vorbild. Im Alter von gerade einmal 20 Jahren entwickelte er eine Liste mit dreizehn Tugenden, nach denen er nach Möglichkeit leben wollte.

  1. Enthaltsamkeit - Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung.
  2. Schweigen - Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.
  3. Ordnung - Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben.
  4. Entschlossenheit - Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst.
  5. Sparsamkeit - Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt: vergeude nichts.
  6. Fleiß - Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit.
  7. Aufrichtigkeit - Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach.
  8. Gerechtigkeit - Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind.
  9. Mäßigung - Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen.
  10. Reinlichkeit - Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung.
  11. Gemütsruhe - Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.
  12. Keuschheit - Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes.
  13. Demut - Ahme Jesus und Sokrates nach.

Franklin trug ein kleines Buch in seiner Tasche, in dem für jede Tugend ein Blatt angelegt wurde, jeweils wieder unterteilt für jeden Tag (siehe Abbildung). Am Ende des Tages nahm Franklin sein Buch hervor, überlegte, welche seiner Tugenden er verfolgen konnte, und machte eine Markierung in die entsprechende Spalte, falls er sich einen Fehler geleistet hatte.Benjamin Franklins Tugendentafel

Anfangs war er schockiert, wie viele Punkte die Blätter schmückten, doch über die Zeit wurden sie weniger, obwohl sie selbstverständlich nie ganz vom Blatt getilgt werden konnten.

Für uns interessant wird es, wenn wir uns überlegen, wie wir Franklins Idee als Schriftsteller verwenden können. Wenn ihr Lust habt, probiert doch einfach mal aus, ein kleines Buch wie Franklin zu führen, allerdings möchte ich vorschlagen, dass ihr eine Markierung setzt, wenn ihr einer Tugend folgen konntet.

Die Spalten bleiben natürlich euch überlassen, hier sind jedoch ein paar Vorschläge:

  1. Eloquenz - Bemühe dich um einen reichen Sprachschatz, vermeide unnötige und überstrapazierte Worte, lerne neue dazu
  2. Konsequenz - Schreibe täglich und versuche, ein Pensum von mindestens x Zeilen / Wörtern / Seiten zu erfüllen
  3. Studieren - Lies andere Autoren, studiere ihre Techniken, lerne von ihnen
  4. Perfektion - Verbessere deine alten Texte, arbeite an ihnen, poliere sie, bis sie wie Diamanten glänzen
  5. Rechtschreibung - Übe die Rechtschreibung, verbessere Orthografie und Grammatik
  6. Kommunikation - Tausche dich mit anderen Autoren aus, zeige ihnen deine Werke, lerne von ihnen
  7. Demut - Halte dich nicht für perfekt, nimm die Kritik anderer hin und überlege, wie du dich verbessern kannst

Diese Vorgehensweise hat den schönen Effekt, dass man am Ende einer Woche (oder eines Monats) einen Überblick darüber hat, welchen Tugenden man folgen konnte und welche man vernachlässigt hat. Zugegeben, “Rechtschreibung” ist keine so wichtige Tugend wie Franklins “Gemütsruhe”, die aufgeführten Vorschläge sollen mehr als Denkanreiz dienen.

Ich habe die Methode selbst einmal ausprobiert und muss sagen: Ich war sehr erstaunt darüber, wie eifrig ich plötzlich schrieb, um meinen kleinen Punkt setzen zu dürfen, auch wenn ich irgendwann den Faden verlor.

Probiert es doch einfach mal aus, ich würde mich sehr darüber freuen, eure Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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Vorlesen schafft Distanz zum Text

Wenn die erste Fassung des Textes steht und ich mich ans Redigieren setze, habe ich persönlich häufig Probleme damit, Distanz zum Text zu wahren. Soll heißen: Wenn ich einen fremdem Text lese, fallen mir mehr Dinge ein, die ich anders gemacht hätte, ich kann zu beinah jedem Satz aufschreiben, warum er besser anders lauten würde. Wenn ich einen meiner eigenen Texte lese, kann ich das nicht.

Aus welchem Grund ist das so? Ganz einfach: Mein Text gehört mir, ich schrieb ihn, er ist ein Abbild der Welt, die in meinem Kopf entstanden ist. Ich hänge emotional daran und scheue deswegen, meinen Verstand das tun zu lassen, was er tun soll: Rational agieren und Textstellen streichen, die keinen Daseinszweck haben, auch wenn es noch so weh tut. Zu Texten anderer Leute habe ich keine solche emotionale Bindung und deswegen auch keine Hemmungen, zu streichen, zu redigieren, zu kritisieren.

Ein kleiner Trick, den ich mir angewöhnt habe, um nach einer Pause wieder an meinen Text zurückzukehren und das zu tun, was getan werden muss: Ich lese mir selbst vor.

Zuerst solltet ihr sicher sein, dass ihr Ruhe habt, dass euch keiner stört und dass ihr eine Weile vor euch hin arbeiten könnt. Dann öffnet ihr das Dokument, lehnt euch bequem in euren Stuhl und lest euch den Text selbst laut vor. Dadurch, dass der Text nun nicht mehr primär über die Augen aufgenommen wird, sondern vielmehr durch die Ohren den Weg ins Gehirn findet, wird es euch leichter fallen, den Text nicht mehr wie euren Erstgeborenen, sondern wie das zu behandeln, was es eben ist: Die Rohfassung. Und dass die niemals perfekt ist, brauche ich hier schließlich niemandem zu erzählen.

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12 Tipps für selbstbewusstes Vorlesen und Sprechen

Als ich etwa zwölf Jahre alt war, sollte ich im Deutschunterricht vor der Klasse eine Buchbesprechung halten.

Ich stellte mich neben das Lehrerpult, begann mit der Einleitung der Besprechung…und hielt inne. Mit einem Mal war mir schwindlig, mir verschwamm die Sicht, ich musste mich hinsetzen und den Vortrag an einem anderen Tag halten.

Damals dachte ich, die Hitze im Klassenzimmer hätte mir zugesetzt, doch heute weiß ich es besser: Schuld war meine Nervosität.

Vor drei Jahren, im Alter von zwanzig Jahren, saß ich vor einem Dutzend Leuten und las einen meiner Texte, flüssig und ohne zu stottern. Natürlich hatte ich auch da noch Probleme, und nicht aus jedem kann der perfekte Vorleser werden, doch hier sind zehn Ideen, die ich hilfreich finde:

  1. Nicht nervös werden
    Ich weiß, ich weiß, leichter gesagt als getan. Wenn ihr wollt, könnt ihr es mit der alten Zuschauer-in-Unterwäsche-vorstellen-Methode lösen, ich finde jedoch einen anderen Tipp, den mir mal ein Lehrer gegeben hat, einfacher umzusetzen: Stellt euch im Kopf die Frage, was schlimmstenfalls passieren könnte. Niemand wird lachen, wenn ihr euch im Satz verhaspelt und ihn von vorne lesen müsst.
  2. Vorbereitet sein
    Ihr habt den Text natürlich geschrieben, den ihr vorlesen wollt, doch trotzdem würde ich ihn vorher mehrmals lesen. Wenn ihr mit eurem Text wirklich vertraut seid, sinkt die Wahrscheinlichkeit, über ungewöhnliche Wörter zu stolpern.
  3. Entscheidet euch für eine Stimme
    Ich will mal zwischen zwei verschiedenen Arten unterscheiden, einen Text vorzulesen: Entweder, ihr behaltet die selbe Stimmlage bei, oder ihr versucht, die Stimmen eurer Figuren zu imitieren. Letzeres klingt natürlich professioneller, ist jedoch schwieriger durchzuführen, wenn ihr Sprechen nicht gewöhnt seid. Als ich meine Lesung hatte, fing ich an, die weiblichen Charaktere durch eine leicht höhere Stimme sprechen zu lassen, merkte, dass es dumm klang und verfiel in eine einheitliche Tonlage. Was immer ihr tut: Wenn ihr euch vorher entscheidet, könnt ihr einen solchen Bruch vermeiden.
  4. Die Sinuskurve
    Ein Freund, der ehrenamtlich für einen Radiosender arbeitet, gab mir einen Tipp: Sprecht in der Sinuskurve. Wir erinnern uns aus dem Mathematikunttericht: Die Sinuskurve steigt zuerst an, fällt ab dem Zenit, bis sie ihren Tiefpunkt erreicht und steigt dann wieder zur Ausgangsposition. Radiomoderatoren sprechen auf diese Weise, indem sie ihre Stimme durch den Satz mal steigen, mal sinken lassen. Das unterstüzt eine abwechslungsreiche Sprechweise. Vorsicht: Nicht leiern lassen!
  5. Ruhig, Brauner
    Fast jeder ungeübte Sprecher spricht zu schnell. Der psychologische Hintergrund liegt darin, dass man leicht verleitet ist, zu glauben, man sei auf diese Weise schneller fertig. Eine wichtige Regel beim Sprechen vor Publikum lautet allerdings: Jede Pause kommt einem kürzer vor, als sie ist. Scheut euch also nicht davor, an wichtigen Stellen der Geschichte, beispielsweise bei Szenenwechseln, wirklich lange, wirkungsvolle Pausen zu lassen und auch sonst ruhig zu sprechen.
  6. Satzzeichen richtig betonen
    Es mag trivial klingen, doch wenn ein Satz eine Frage ist, sollte er auch so betont werden. Senkt also die Stimme deutlich, wenn ihr an einen Punkt gelangt, hebt sie merklich bei einem Fragezeichen und lasst eine Pause nach beiden.
  7. Trinken
    Nein, ich meine nicht, dass ihr euch vor dem Lesen Mut antrinken sollt. Mein Hauptproblem beim Vorlesen ist, dass mein Mund schnell trocken wird, was irritiert und die Sprechweise beeinflusst. Falls es also irgendwie möglich ist, solltet ihr euch ein Glas Wasser griffbereit halten. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn ihr kurz eure Gedanken sammeln müsst, greift einfach nach dem Wasserglas. Die entstandene Pause wirkt entspannend.
  8. Die Wirkung der eigenen Stimme lernen
    Hier liegt eine hohe Hemmschwelle bei den meisten Menschen vor. “Was, so soll meine Stimme klingen?” Egal, da müssen wir durch. Nehmt eure Stimme auf, ein einfaches Computermikrofon oder ein Diktiergerät vom Nachbarn reichen dafür völlig aus, sagt ein paar Sätze (es musst nicht gleich die komplette Geschichte sein) und spielt die Aufnahme ab. Nach einer Weile habe ich mich tatsächlich ein wenig damit abgefunden, wie meine Stimme für andere klingt und konnte selbstsicherer Vorlesen.
  9. Keine Angst vor starker Emotion
    Geschichten sind vollgepackt mit Emotionen. Liebe, Hass, Neid, Angst, Trauer…eure Figuren machen eine Menge durch, nicht wahr? Wir sollten uns nicht scheuen, dies auch dem Publikum so zu präsentieren. Nach mir las ein junger Mann, der die Hälfte seiner Geschichte förmlich herausbrüllte, weil jede der Figuren einen Groll gegen die anderen hegte: Das Publikum hing an seinen Lippen. Daraus habe ich gelernt, dass man ruhig mal ein wenig weinerlich lesen kann, wenn der Protagonistin just das Herz gebrochen wurde.
  10. Hört den Profis zu
    Besorgt euch ein paar Hörbücher (am besten keine Hörspiele, die von mehreren Sprechern mit verteilten Rollen gelesen werden, Hörbücher mit nur einem Sprecher eignen sich besser), und hört ihnen beim Sprechen zu. Versucht, sie nachzuahmen und ihre Sprechweise für eure Texte zu adaptieren. Wenn ihr nicht viel Geld ausgeben wollt, schaut mal in eurer Stadtbibliothek vorbei (oder besucht Sie im Internet!)
  11. Achtet auf die Körpersprache
    Nach Schätzungen macht das gesprochene Wort nur etwa die Hälfte der Botschaft aus, die wir übermitteln wollen: Der Rest besteht aus der so genannten Metakommunikation, also Körpersprache und Betonung. Ich schlage vor, die Lesung bequem auf der Couch zu üben und sich dabei selbst, mit einem gelegentlichen Seitenblick, im Spiegel zu beobachten, oder, falls die Möglichkeit besteht, sich selbst mit einer Videokamera oder Webcam zu filmen.
  12. Üben, üben, üben
    Die wichtigste Lektion für ein höheres Selbstbewusstsein beim Sprechen ist: Üben. Bevor ihr euch vor eine Gruppe fremder Leute setzt, ladet zwei oder drei Freunde ein und lest denen vor. Noch besser: Macht das Vorlesen zu einer angenehmen Übung. Ich lese meiner Freundin Lisa gerne mal die ein oder andere Geschichte vor, und es stellt für uns beide eine schöne Erfahrung dar.

Vielleicht ermutigen euch diese Tipps ja, euch einmal selbst einem Publikum zu stellen, ich plane auf jeden Fall, in naher Zukunft wieder an einer Lesung Teil zu nehmen (keine Angst, ich schreibe natürlich darüber!), denn es ist für einen Hobbyschriftsteller eine sehr bereichernde Erfahrung.

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Aufhören, wenn’s am Schönsten ist

Wer an der spannendsten Stelle aufhört, ist auf jeden Fall motiviert, weiterzumachen
Illustration: Guido Göbbels

Jeder von uns hat Hausarbeiten, die er lieber mag, und welche, die er nicht ausstehen kann. Ich zum Beispiel kann Staubsaugen beim besten Willen nicht ertragen.

Genauso hat jeder von uns eine bestimmte Art von Szenen, die einfach nicht vernünftig aus der Feder fließen wollen. Typische Szenen, die Autoren immer wieder Schwierigkeiten bereiten, sind beispielsweise alle, bei denen es unter der Bettdecke heiß hergeht oder bei denen ein Charakter ums Leben kommen soll, den der Autor eigentlich gern hat (oder beides!). Auch Szenen, auf die sich der Autor nicht ausreichend mental vorbereitet hat, sind Kandidaten für die ein oder andere Schreibblockade.

Doch es gibt auch Szenen, die einem gut gelingen. Ich persönlich staune immer wieder darüber, wie ich romantische Szenen voller Leidenschaft und Emotionen aufs Papier bringen kann, nur um kurz darauf über eine Beschreibung des Alltäglichen zu stolpern.

Was soll man also dagegen tun?

Ich schlage vor, dass ihr den Plan, nach dem ihr einen Text schreibt, ein wenig umstrukturiert. Wenn ihr das nächste Mal zu einer Szene kommt, von der ihr wisst, dass sie euch gefallen wird, hört auf. Legt den (eventuell metaphorischen) Stift nieder und tut irgendwas anderes. Schreibt den Text nicht jetzt weiter.

Der Effekt ist einfach: Sobald ihr ihm Zeit lasst, wird euer Verstand an dieser Stelle nagen und sich damit beschäftigten, weil er sich darauf freut, sie zu schreiben. Wenn ihr euch das nächste Mal an den Text setzt, werdet ihr euch wundern, wie leicht die Worte aus euch heraussprudeln und wie wunderbar euch die Szene gelingen wird.

Dass danach eine anstrengende Passage folgt (soll heißen: für den Autor anstrengend zu schreiben, wenn sie für den Leser anstrengend zu lesen ist, hat sie sowieso nichts in eurem Text zu suchen!), werdet ihr nicht einmal bemerken, da ihr zu sehr im Fluss sein werdet.

Nutzt diese Motivation, so lange sie anhält und schreibt, was ihr könnt. Wenn ihr die nächste Szene in Angriff nehmen wollt, die euch beim Schreiben Freude bereiten wird, ihr erratet es: hört auf. So könnt ihr den Schwung, den ihr in solchen Szenen verspürt, durch euren gesamten Text tragen.

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10 Gewohnheiten, um ein besserer Autor zu werden

Gewohnheiten zu ändern, kann euch zu einem besseren Autor machen
Illustration: Guido Göbbels

Wir sind das, was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit - Aristoteles

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, anders kann man es nicht ausdrücken. Wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Zähne zu putzen, wir gewöhnen uns daran, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken, wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Emails abzurufen.

Warum also sollte man sich nicht an etwas gewöhnen, das uns weiter bringt? Ganz einfach: Sich eine Angewohnheit anzuerziehen ist harte Arbeit.

Am einfachsten geht es, wenn man das Ziel konstant verfolgt, denn irgendwann adaptiert sich das Hirn an die neue Situation und folgt dem Trott.

In diesem Beitrag möchte ich euch 10 Gewohnheiten ans Herz legen, die euch zu einem besseren Schriftsteller machen werden. Fühlt euch frei, eine, mehrere oder alle zu übernehmen, doch tut es nicht gleichzeitig, das überwältigt und steht eurem Ziel im Wege.

Fangt lieber an, euch eine nach der anderen in beliebiger Reihenfolge vorzunehmen, denn sich eine Angewohnheit anzuerziehen, ist einfacher.

  1. Tragt immer ein Buch bei euch
    Beobachtet euch doch einmal bei eurem Tagesablauf. Ob in der Bahn oder im Wartezimmer, beim Essen, bei der Kaffeepause, jeder Mensch hat ungenutzte Zeit zur Verfügung. Wenn ich grob schätzen müsste, würde ich sagen, ich habe pro Tag 30-45 Minuten Zeit, in der ich nichts zu tun habe. Nutzt diese Zeit aktiv, indem ihr immer ein Buch bei auch tragt. Jeder Schreibende weiß, dass Lesen fast so wichtig ist wie das Schreiben selbst, also nutzt jede Gelegenheit, um gute Bücher zu verschlingen, als gäbe es kein Morgen.
  2. Tragt immer ein Notizbuch bei euch
    Ideen sind flüchtig und das menschliche Gehirn unzuverläßig. Stellt sicher, dass ihr aufschreiben könnt, was euch die Muse ins Ohr flüstert und ihr werdet unmittelbar produktiver sein.
  3. Führt ein Produktivitätsprotokoll
    Ein ungeheurer Ansporn für mich ist zu sehen, wie ich mich über die Zeit entwickle. Zu diesem Zweck habe ich mir angewöhnt, die Anzahl der Wörter, die ich an einem Tag schreibe, in meinen Kalender einzutragen. Von dort aus übertrage ich sie in eine Excel-Liste und lasse mir ein Diagramm ausgeben. Auf diese Weise kann ich sehr schön verfolgen, an welchen Tagen ich produktiv war, und auch Lücken in meinem Schreibplan fallen direkt auf.
  4. Belohnt euch nach getaner Arbeit
    Das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip. Gönnt euch selbst eine Kleinigkeit, wenn ihr geschrieben habt. Für mich war das beispielsweise eine Zeit lang das Zubereiten eines besonders leckeren Sandwiches zum Frühstück. Andere Belohnungen könnten etwa sein: etwas in einem guten Buch schmökern, Schokolade, eine Rückenmassage vom Partner, eine halbe Stunde Fernsehen, ein Tour über die liebsten Internetseiten, einen Lauf im Park, eine Tasse Kaffee, Beobachten des Sonnenaufgangs, Musik auf voller Lautstärke…
  5. Bestraft euch nach nicht getaner Arbeit
    Der Umkehrschluss: Gönnt euch keine Annehmlichkeiten, wenn ihr an einem Tag nicht geschrieben habt. Keine morgendliche Tasse Kaffee, keinen Schokoriegel in der Mittagspause. Gebt diesen beiden Gewohnheiten etwas Zeit, und es sollte sich ein Effekt einstellen wie bei Pavlovs Hund: Das Gehirn lernt, dass es nach dem Schreiben belohnt wird.
  6. Führt ein Tagebuch
    Für uns Schreibende ist es essenziell wichtig, so viel wie irgend möglich zu schreiben, denn nur aus Übung entsteht Perfektion. Eine Möglichkeit, sich zur Regelmäßigkeit zu animieren, ist, ein Tagebuch zu führen. Ich habe vor kurzem angefangen, obwohl ich mich dabei wie ein Teenager fühlte, und ich muss sagen: Es lohnt sich. Versucht, nicht stur euren Tagesablauf abzuarbeiten, sondern protokolliert Gefühle, Gedanken, Zweifel und Ängste. Die werden euch in zukünftigen Geschichten mehr zu Gute kommen.
  7. Schreibt zu festen Zeiten. Immer.
    Setzt euch eine feste Zeit am Tag, an der ihr schreibt. Nicht recherchiert, nicht an alten Texten herumdoktort, sondern einfach die Ventile öffnet und herausfließen lasst, was gesagt werden muss. Zu dieser Zeit seid ihr nicht ansprechbar: Sagt das euren Partnern / Kindern / Mitbewohnern. Schließt die Tür, sowohl physikalisch als auch metaphorisch. Widmet euch ganz eurer Arbeit während dieser Zeit, lasst den Anrufbeantworter ans Telefon und eure Freundin an die Tür gehen. Sagt Parties ab. Schreibt. In meiner Erfahrung hat es sich herausgestellt, dass ich in den frühen Morgenstunden am produktivsten bin, doch das ist wohl von Person zu Person verschieden. Am wichtigsten ist, dass ihr einen festen Plan zum Schreiben habt und euch daran haltet.
  8. Schreibt jeden Tag ein Wort auf, welches ihr öfters oder eins, was ihr nicht mehr verwenden wollt
    Die deutsche Sprache ist voll von wunderschönen Worten und Ausdrücken (”nichtsdestoweniger” finde ich eine wunderschöne Formulierung) und ebenso angefüllt mit Wörtern, die am besten in der Versenkung verschwänden. Gewöhnt euch an, eure Lieblinge zu kultivieren (nicht überstrapazieren!) und andere Wörter zu knechten.
  9. Sprecht grammatikalisch korrekt
    Wenn ihr korrekt schreiben wollt, sprecht korrekt. Sagt nicht: “Ich bin heute morgen mit der Bahn gefahren”, sondern “Ich fuhr mit der Bahn”. Sagt nicht: “Ich bin wegen dem Stau zu spät”, sagt: “Ich kam wegen des Staus zu spät”. Vermeidet das Passiv. Lernt die grammatikalischen Grundregeln. Ihr werdet sehen, dass sich das nicht nur positiv auf eure Schreibe, sondern auch auf euer menschliches Miteinander auswirken wird.
  10. Seht nicht mehr fern
    Wie in einem früheren Beitrag schon angemerkt ist fernsehen eine der Tätigkeiten, die für einen Schreiberling den (literarischen) Tod bedeuten können. Lasst euch nicht von den Medien einlullen. Ihr seid auf diesem Planeten, um etwas zu erschaffen, nicht um euch von Fernsehrichtern berieseln zu lassen. Seid wütend auf das Fernsehen, es hat schon genug eurer Romane gefressen.

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Nebencharaktere sind die ideale Quelle für Konflikte

Nutzt die Chance, euren Protagonisten Steine in den Weg zu legen!
Illustration: Guido Göbbels

Warum lesen Menschen Bücher?

Weil sie sadistisch veranlagt sind (vereinfacht gesagt). Wie viele Bücher gibt es wohl, die detailliert beschreiben, wie der Protagonist mit einem Lächeln auf den Lippen mit seinen Kindern Ball spielt? Höchstwahrscheinlich (hoffentlich!) gar keins.

Ein guter Autor stellt seine Protagonisten laufend vor Probleme, die er zu lösen hat. Liebesromane wären ziemlich witzlos, wenn sich die anbetungswürdige Dame direkt zu Anfang vor die Füße des Romeos schmeißen würde, und Mimi würde wahrscheinlich ohne Krimi ins Bett gehen, wenn der Mörder sich direkt nach der ersten Seite selbst stellen würde.

Das sind die großen Konflikte, die ein Buch oder eine Geschichte durchziehen. Ich möchte euch hier vorschlagen, viele kleine Konflikte einzubauen, um so eure Geschichte voran zu treiben. Lest euch doch einmal folgenden Dialog durch:

“Guten Morgen, Boss!”
“Guten Morgen, Kiensle. Gut angekommen?”
“Sehr gut sogar. Hatte die Grüne Welle, könnte man sagen!”
“Das freut mich aber für Sie! Fangen Sie gleich mit den Akten des Flehmann-Falls an?”
“Die habe ich doch gestern schon erledigt, Chef. Ich wollte mich heute an die Schmidt-Akten setzen und die neuen Mitarbeiter briefen.”
“Oh, das ist ja ausgezeichnet, wollen Sie vielleicht heute etwas früher nach Hause gehen?”
“Das würde ich sehr gerne, Chef. Dann kann ich endlich mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen.”
“Ach, die lieben Kleinen!”

Und so weiter. Stinklangweilig, oder? Weil kein einziger Konflikt darin vorkommt. Chef und Angestellter sind völlig einer Meinung und stimmen sich gegenseitig zu. Jetzt würzen wir das Gespräch mit einem ordentlichen Schuss Missgunst:

“Guten Morgen, Boss!”
“Kiensle, haben Sie’s auch ins Büro geschafft?”
“Tut mir leid, Chef, bin schlecht durch den Verkehr gekommen. Bin etwas durch den Wind.”
“So sehen Sie allerdings aus, letzte Nacht durchgesoffen oder was?”
“Nein Chef, tut mir leid, mein Kleiner hat die Grippe und konnte nicht einschlafen, da habe ich…”
“Was Sie in Ihrer Freizeit treiben, ist mir eins, Kiensle, ich bezahle Sie dafür, pünktlich hier zu sein, verstanden? Was ist mit den Flehmann-Akten, warum habe ich die nicht auf meinem Tisch?”
“Äh, ich bin gestern nicht dazu gekommen, weil die neuen Mitarbeiter und die Schmidt-Akten…”
“Fangen Sie nicht an, die Schuld auf Andere abzuwälzen!”

Klingt doch schon besser, oder? Es ist vielleicht immer noch kein Kunstwerk von einem Dialog, doch er liest sich doch etwas spannender, nicht wahr?

Der Punkt bei der ganzen Sache ist folgender: Ob der Chef eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass er eine Gelegenheit darstellt, ihrem Protagonisten (im Beispiel also dem Angestellten) Steine in den Weg zu lesen, die er überwinden muss. Wenn ihr etwas vom Handwerk versteht, wird euer Protagonist wahrscheinlich einen Gegenspieler haben, den Antagonisten. Doch es muss nicht dieser etwas episch angehauchte Konflikt sein; was die Geschichte wirklich weiter trägt und spannend hält, sind viele kleine, fast alltägliche Konflikte.

Warum sollten wir dann nicht unwichtige Charaktere nutzen, um der Geschichte an den richtigen Stellen die richtige Schärfe zu verleihen? Passt allerdings auf, dass eure Nebenfiguren nicht (wie es im obigen Beispiel zweifelsohne geschehen ist) zu zweidimensional geraten.

Mehr über die nicht zu überschätzende Bedeutung von Konflikten könnt ihr im Buch “Wie man einen verdammt guten Roman schreibt” von James N. Frey im Kapitel “Konflikt, Konflikt, Konflikt!” nachlesen.

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Unterbrechungsfrei schreiben mit Notizzetteln

Notizzettel entlasten das Gehirn und schonen den Schreibfluss
Illustration: Guido Göbbels

Vor kurzem stolperte ich beim Schreiben über einen Satz, den ich gerade verfassen wollte:

Die Nüstern des Esels weiteten sich.

Ich stutzte und fragte mich, ob die Öffnungen im Kopf eines Esels eigentlich Nüstern genannt werden. Bei Pferden war ich mir ja sicher, doch kann man das so verallgemeinern? Da ich ja eh schon am Computer saß, warf ich das Internet an und schaute in der Wikipedia nach. Wie es der Zufall wollte, stand dort auch direkt ein Bild mit der Unterschrift “Die Nüstern eines Esels”. Ich lernte also, dass die Nasenöffnungen von allen Unpaarhufern “Nüstern” genannt werden.

Ungemein interessant, nicht? Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund klickte ich auf den Link “Esel” und las mir durch, was es über Esel zu wissen gibt. Dass die weitere Anatomie, das Verhalten zur Paarungszeichen und die verschiedenen Eselsrassen für meine Geschichte nicht den Hauch einer Rolle spielte, hatte ich völlig vergessen.

Das gleiche passiert, wenn ich einen Begriff im Duden oder im Thesaurus nachschlage: Auf dem Weg dorthin fängt irgend etwas mein Interesse und schon habe ich eine halbe Stunde mit Blödsinn vergeudet. Der Schreibfluss ist dadurch natürlich komplett unterbrochen.

Was ich euch hier vorschlagen möchte, ist, immer (und ja: immer) einen Zettel und einen Stift parat liegen zu haben, wenn ihr euch vor die Tastatur / den Notizblock setzt. Sobald ihr also den Drang habt, etwas nachzuschlagen, schreibt euch eine Notiz und geht dann direkt wieder an die Arbeit.

Denn, wollen wir ehrlich sein, ob man die Hauptstadt von Kambodscha “Phnom Penh” oder “Phnom Phen” schreibt, mag in eurer Geschichte zwar eine Rolle spielen, doch niemand wird es euch krumm nehmen, wenn ihr zuerst schreibt: “Zögerlich betrat er das Rathaus von [Hauptstadt vom Kambodscha]”, euch eine Notiz macht und es eine halbe Stunde nachher recherchiert.

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Straffere Dialoge durch einen einfachen Tipp

Allie BonifaceAllie Boniface ist eine amerikanische Schriftstellerin und schrieb auf ihrer Seite Allie’s Musings (zu deutsch etwa: Allies Grübeleien) einen Eintrag mit dem Titel “An interesting writing tip“, den ich sehr gut geschrieben fand. Ich schrieb Allie also an und bat um Erlaubnis, den Artikel ins Deutsche übersetzen und hier veröffentlichen zu dürfen, und sie war begeistert.

Hier ist ihr Artikel, zwar von mir übersetzt, die Idee dahinter stammt allerdings vollständig von Allie Boniface. Natürlich übernehme ich keine Haftung für eventuell falsch übersetzte Informationen.

Ein interessanter Schreibtipp

Leichte Lektüre ist verdammt schwer zu schreiben.
~Nathaniel Hawthorne

Bei einem „RWA chapter“-Treffen in meiner Nähe [Anmerkung von mir als Übersetzer: RWA=Romance Writers of America zu Deutsch etwa: Romantik-Schriftsteller aus Amerika] gab mir ein veröffentlichter Autor einen Tipp zum Schreiben, der sehr einfach und doch ziemlich tiefsinnig war (für mich zumindest). Hier ist er:

Wenn sich zwei Figuren unterhalten, lass keine von ihnen etwas sagen, das beide schon wissen.

Ich habe diesen Rat noch nie zuvor gehört, doch wenn man darüber nachdenkt, gibt es wirklich Sinn. Zum Beispiel würde diese Konversation zwischen zwei besten Freunden niemals wirklich stattfinden:

Jill: Steve hat nicht angerufen. Es ist jetzt schon drei Tage her, seit ich ihm von dem Baby erzählt habe. [Der beste Freund würde dies höchstwahrscheinlich schon wissen.] Was soll ich denn nur tun? [Der erste Satz enthält neue Information, er darf also stehen bleiben. Die Frage am Ende ebenfalls. Doch der mittlere Satz, ein alter Hut, sollte herausgenommen werden.]

Sharlene: Nun ja, du könntest einfach abwarten. Er hat das schon einmal getan, wie du weißt. Erinnerst du dich an damals, als du ihn mit deiner Kusine im Bett erwischt hast? [Diese letzten beiden Sätze wurden vom Autor nur im Versuch geschrieben, die Story weiter laufen zu lassen. Jill braucht höchstwahrscheinlich keine Erinnerung bezüglich der Kusine.]

Jill: Schon, aber er sagt, er stand unter Drogen und wusste nicht, wie er dorthin gekommen war. [Wiederum würde Sharlene als beste Freundin das schon wissen.]

Sharlene: Ruf ihn doch auf seinem Handy an. Sein Boss wird ausrasten, wenn er auf der Arbeit einen Anruf bekommt, doch wenn er deine Nachrichten ignoriert, verdient er es. [Der erste Satz, ein neuer Rat beziehungsweise eine neue Information, wäre so in Ordnung. Der zweite beschreibt etwas, das Jill, die immerhin das Baby dieses Kerls austrägt, wahrscheinlich schon wüsste.]

Also, eine Überarbeitung der obigen Konversation würde ungefähr so aussehen:

Jill: Steve hat immer noch nicht angerufen. Was soll ich denn nur tun?

Sharlene: Nun ja, du könntest einfach abwarten. Oder ruf ihn auf seinem Handy an.

Nach diesem kurzen Austausch würde ich wahrscheinlich mit neuen Ideen, wie man mit Steve verfahren soll, fortfahren, oder vielleicht mit Jills Gefühlen bezüglich der Tatsache, dass sie das Baby von irgendeinem Idioten austrägt. Am wichtigsten: Es wäre alles neue Information. Die einzige Ausnahme, die ich mir vorstellen könnte, wäre, wenn ein Charakter die Informationen für den Effekt wiederholen würde, oder um die Aussage zu unterstreichen.
In allen anderen Fällen ergibt das Eliminieren aller überflüssigen Informationen einen dichteren und glaubwürdigeren Dialog.

Ich liebe diesen Rat einfach und werde ihn in meinen Überarbeitungen und allen Werken, an denen ich momentan arbeite, einsetzen.

Versucht es – ihr könntet es auch hilfreich finden!

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