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Archiv für Über das Schreiben

Nanowrimo, ein Fazit

Das wichtigste schicke ich direkt zuerst raus: Frohe Weihnachten an alle Leser meines Blogs! Ich hoffe, dass ihr alle ein beschauliches und festliches Weihnachten im Kreis euer Lieben feiern konntet. Für mich war es ein wenig stressig, da schließlich alle Verwandten besucht werden wollten, doch im Großen und Ganzen war es eine schöne Erfahrung.

Es tut mir leid, dass sich mein angekündigter Fazit-Beitrag zum Nanowrimo so lange verzögert hat, und ich möchte mich auch gar nicht lange mit fadenscheinigen Ausreden aufhalten: Ich hatte einfach keine Zeit, meinen Blog zu pflegen. Hoffentlich ändert sich das in naher Zukunft.

Heute jedenfalls möchte ich euch ein paar Erfahrungen näherbringen, die ich während des Nanowrimo dieses Jahr gemacht habe.

Allen, die selbst einen Nanowrimo-Roman schreiben wollen, kann ich sagen: Es ist ein Haufen Arbeit. Die Menge von 1.667 Wörtern pro Tag ist an sich nicht überwältigend, ich hatte mehr Schwierigkeiten damit, dranzubleiben. Mich jeden Tag aufs neue vor die Tastatur zu setzen.

Ich habe eine Menge über die Entwicklung von Charakteren und ihren Eigenarten gelernt, habe gemerkt, dass viele meiner Figuren noch viel zu zweidimensional und verstockt wirken.

Allgemein hat sich meine Schreibe sehr verbessert, wie ich finde. Wenn ich einzelne Passagen aus dem Roman noch einmal lese, ist es verständlich, dass sie aufgrund des Zeitdruckes nicht der Qualität meiner Kurzgeschichten entsprechen, doch man kann auf jeden Fall einen Fortschritt herauslesen. Allein dafür hat sich die Mühe meiner Meinung nach schon gelohnt.

Auch Fehler im Plot und Dinge, die ich in der Entwicklung der Ereignisse anders gemacht hätte, stapeln sich. Am liebsten würde ich in der Zeit zurückreisen und meinem alten Ich aufgrund der hanebüchenen Plotlöcher, die entstanden sind, eine Standpauke halten. Doch jeder macht Fehler, und ich muss daraus lernen.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass mein Roman immer noch nicht fertig ist. Aus irgendeinem Grund blockiere ich, wenn ich mir das geschriebene noch einmal ansehe und weiterschreiben möchte. Das liegt wahrscheinlich darin, dass ich mit dem Roman voll und ganz unzufrieden bin. Der Plot ist unlogisch und den Seitenschritt in die Welt der Fantasy kauft mir ebenfalls niemand ab.

Nichtsdestotrotz werde ich den Roman irgendwann vollenden. Nicht, um ihn danach an Verlage zu versenden, denn es wäre unfair, einem Lektor ein Manuskript vorzulegen, an das ich nicht glaube, sondern um das erste Mal in meinem Leben einen Roman vollendet zu haben, so unzufrieden ich damit auch sein mag.

Alles in allem war es also tatsächlich eine sehr lohnende Erfahrung, am Nanowrimo teil zu nehmen, und ich kann jedem nur empfehlen, nächstes Jahr das selbe zu tun.

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Nanowrimo, Tag 30

Winner!

49999 50000

Mehr dazu gibt es morgen oder am Sonntag. Jetzt wird erst einmal gefeiert!

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NaNoWriMo, Tag 20

Es tut mir sehr Leid, dass ich in letzter Zeit nicht so viele Beiträge geschrieben habe wie ich eigentlich wollte, denn ursprünglich war es meine Absicht, euch mit regelmäßigen Updates darüber zu versorgen, wie ich beim NaNoWriMo abschneide.

Doch es ist tatsächlich mehr Arbeit, als ich dachte. 1.667 Wörter pro Tag sind immer noch eine Menge, die man bewältigen kann, es ist mehr die Kontinuität, die an der Substanz zehrt.

Nach nunmehr 20 Tagen hat sich eine gewisse Routine eingearbeitet. Ich mache mir immer vorher eine Tasse Kaffee, besuche ein oder zwei Websiten und fange dann an zu schreiben, manchmal, bevor ich zur Arbeit gehe, manchmal auch danach.

Dummerweise bin ich gestern krank geworden, habe mir einen wunderschönen grippalen Infekt eingefangen, der mich ans Bett gebunden hat. Früher oder später musste das ja passieren…

Nichtsdestotrotz bin ich wild entschlossen, meinen Wordcount, also die Zahl der täglichen Wörter, zu halten und am Ende des Monats mit 50.000 Wörtern zu glänzen.

Alles in allem geht es aber ganz gut voran: Während ich am Anfang noch fürchtete, mit der geplanten Handlung niemals 50.000 Wörter gefüllt zu bekommen, ist jetzt eher das Gegenteil der Fall. Wahrscheinlich ist die Handlung längst noch nicht abgeschlossen, wenn ich die magischen 50k passiere.

Meine Charaktere haben inzwischen ein nettes Eigenleben entwickelt. Die Idee zu dem Roman, den ich übrigens unter dem Arbeitstitel “Überstunden” schreibe, brütete schon fast ein Jahr lang in mir, und so hatte ich die Charaktere auch schon im Kopf.

Trotzdem entwickeln sie ihre Eigenarten und sind mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Der Protagonist, Christian, gefällt mir mit seinen Gemütsschwankungen und kleinen Wutausbrüchen, und mein Antagonist ist zu einem sexistischen alten Mann geraten, der einer Vergangenheit hinterher trauert und sich trotzdem andauert einredet, im Leben nichts falsch gemacht zu haben.  Beide waren überhaupt nicht so geplant gewesen!

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass einen Roman planen und einen Roman schreiben zwei völlig verschiedene Dinge sind. Ich hatte auch schon eine grobe Outline für den Roman geschrieben, doch Probleme bekomme ich immer, wenn ich Charaktere von Punkt A in der Handlung zu Punkt B bekommen möchte.

Wie kriege ich es jetzt hin, dass der Gute das Büro betritt? Warum fährt er nicht einfach nach Hause? Das sind Fragen, die in keiner Planung beantwortet wurden, beim Schreiben aber umso deutlicher zu Tage treten.

So, und nun ist dieser Beitrag zu Ende, denn ich habe noch volle 1.667 Wörter zu schreiben.

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NaNoWriMo, Tag 5

Viele Leute sagen über mich, ich sei schusselig und zerstreut, und viele Leute haben Recht.

Ich stellte mir gestern Abend meinen Wecker auf sechs Uhr früh, um vor der Arbeit aufstehen und etwas an meinem Roman schreiben zu können. Man muss dazu wissen, dass ich diesen speziellen Wecker nur äußerst selten stelle, denn es ist eins dieser alten Modelle mit den zwei Glocken und einem kleinen Hammer, der daran schlägt. Ich habe ihn einmal von zwei Freunden geschenkt bekommen und kann nur sagen: Wenn man genau hinschaut, findet man wahrscheinlich ein Abbild dieses Weckers auf den Holzschnitten, welche die Folterinstrumente der Spanischen Inquisition zeigen.

Als der Wecker klingelte, hüpfte ich also aus dem Bett, alles andere als putzmunter zwar, doch trotzdem motiviert, meinem Tagespensum ein wenig näher zu rücken, duschte mich und schmiss, mit einer Tasse frischen Kaffee in der Hand, den Rechner an.

Bevor ich mein Schreibprogramm öffnen konnte, viel mein Blick auf die Uhr. 5:19. Es traf mich natürlich direkt wie ein Schlag: Ich Idiot hatte vergessen, die Winterzeit einzustellen.

Natürlich war ich, frisch geduscht und mit einer halben Tasse Kaffee intus, knallwach, also setzte ich mich einfach hin und begann zu schreiben.

Jetzt ist es gerade 6:28 Uhr, und ich habe mein Tagespensum nicht nur bereits erfüllt, sondern bin sogar schon darüber hinaus geschossen. Wenn ich nach der Arbeit noch ein wenig schreibe, sollte ich in der Lage sein, mir ein schönes Polster anzuschreiben.

Eigentlich wollte ich ja heute schreiben, wie es mir bisher so bei der Teilnahme am NaNoWriMo ergangen ist, doch dieses etwas dramatische Erlebnis wollte ich auf jeden Fall mit euch teilen.

Ich werde nun mal schauen, was sich noch so mit meiner Zeit anstellen lässt, bevor ich zur Arbeit muss, und ob ich dort vor Müdigkeit mit dem Kopf auf die Tastatur schlage.

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Startschuss für den National Novel Writing Month

NaNoWriMo-Banner

Der erste November ist ein Datum, dem viele Schreiberlinge, mich eingeschlossen, ungeduldig entgegenfiebern. Meistens mit einem Gefühl, das auf halber Strecke zwischen freudiger Erwartung und Lampenfieber liegt, denn am 1. 11. fällt der Startschuss für den National Novel Writing Month (deutsch etwa: “Nationaler Romanschreib-Monat”; abgekürzt: NaNoWriMo).

Der NaNoWriMo ist eine im Internet ausgerufene Veranstaltung, an der sich jeder freiwillig beteiligen kann und deren erklärtes Ziel es ist, Schreibenden zu der Rohfassung ihres Romans zu verhelfen.

Die Regeln sind denkbar einfach: Jeder Teilnehmer hat einen Monat Zeit, um 50.000 Wörter aufs Papier zu bringen. Das klingt nach einer stolzen Menge, und ganz ohne ist es auch nicht. 50.000 Wörter auf 30 Tage verteilt ergibt 1.667 Wörter als Tagespensum. Das ist zwar nicht gerade wenig, jedoch zu bewältigen. Auf den Foren der Seite wird von 2 Stunden als durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag gesprochen.

Nun mag man argumentieren, dass 50.000 Wörter zu wenig für einen ganzen Roman sind, und das mag natürlich auch stimmen, doch der Punkt ist: Lieber 50.000 Wörter geschrieben und keinen vollständigen Roman verfasst, als den ganzen Monat lang kein einziges Wort geschrieben zu haben, nicht wahr?

Besonderes Augenmerk wird dabei nicht auf die Qualität, sondern auf die Quantität des Geschriebenen gelegt: Die werdenden Schriftsteller sollen ihren inneren Lektor so gut es geht zum Schweigen bringen, um die angepeilte Menge zu bewältigen. Die Überarbeitung der Rohfassung soll frühestens im Dezember erfolgen.

Der NaNoWriMo stellt dem leidenden Schriftsteller eine ganze Menge Tools zur Verfügung, die weiter anspornen sollen, so gehört beispielsweise ein täglicher Comic mit zum Reportoire, ein Onlineradio versorgt mit Motivation, und Teilnehmer können eine Profilseite pflegen, in das sie ihre aktuelle Wortzahl schreiben und so eine Grafik Ihres Fortschrittes generieren können.

Auch das gut besuchte Forum zeigt, dass man mit dem Gefühl, in einem Monat niemals 50.000 Wörter geschrieben zu bekommen, bei weitem nicht allein ist.

Dieses Jahr konnte ich mich das erste Mal dazu durchringen, teil zu nehmen, und bin sehr froh über diese Entscheidung.

Ich habe am ersten Tag etwas länger als 1 Stunde recht entspannt geschrieben (ich bin ein sehr schneller Tipper) und so bisher 1.700 Wörter abgeliefert. Der erste Tag war also ein Erfolg und hat mich hoch motiviert hinterlassen. Drückt mir die Daumen für den zweiten Tag!

Wenn ihr Lust habt, mein Schaffen online zu verfolgen, ist hier der Link auf meine Profil-Seite.

Es würde mich sehr freuen, von anderen NaNoWriMo-Teilnehmern in den Kommentaren zu hören.

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Sicherungskopien richtig anlegen, Teil 1 - Einleitung

Heute möchte ich eine kleine Serie anfangen, die unter dem Zeichen der “richtigen” Sicherungskopie stehen wird.Ich möchte heute anfangen mit einer Episode aus meiner eigenen schriftstellerischen Tätigkeit, die sich leider vor nicht allzu langer Zeit ereignet hat.

Jeden Morgen warf ich meinen Rechner an, öffnete die Geschichte, an der ich gerade schrieb und begann, zu schreiben. Über die Zeit wuchs der Text natürlich an, und um einen Überblick über mein Vorankommen zu haben, tat ich jeden Morgen, nachdem ich genug geschrieben hatte, das Folgende:

  • Ich kopierte den Teil, den ich neu geschrieben hatte, in die Zwischenablage und speicherte meine Geschichte
  • Ich legte eine neue Datei an und füllte sie mit dem Inhalt, um die Zeichen zu zählen, die ich neu getippt hatte
  • Die “gemessene” Zahl fügte ich in eine Tabelle ein, dann schloss ich das neue Dokument, welches ja nur das Geschreibsel vom aktuellen Tag enthielt, ohne zu sichern

Natürlich gewann ich so einen schönen Überblick über meinen Fortschritt, doch wahrscheinlich könnt ihr euch schon denken, was eines schönen Morgens geschah. Natürlich hatte es früher oder später so kommen müssen, und natürlich war ich ein Idiot, da ich die Möglichkeit nicht schon vorher in Betracht gezogen hatte.

Jedenfalls schloss ich eines Tages das Zeichen-zählen-Dokument und reagierte auf die Frage des Rechners, ob ich die Änderungen speichern wolle, mit genau der falschen Antwort.

Ich speicherte den Fortschritt, den ich an dem Tag gemacht hatte, über die gesamte Geschichte.

Mit nur einem falschen Klick zerstörte ich mir innerhalb von Sekundenbruchteilen die Arbeiten von fast zwei Wochen. Ich hätte schreien können.

Und das Schlimmste: Ich hatte keine Sicherungskopie.

Mit ein wenig Recherche konnte ich noch eine alte Version des Textes auftreiben, doch zwischen dieser und dem aktuellen Stand lagen immer noch gut vier bis fünf Seiten Text, die unwiederbringlich im Datennirvana verlustig gegangen sind.

Natürlich war es für diesen Text schon zu spät, doch habe ich mir vorgenommen, in Zukunft besser auf meine Lieblinge aufzupassen.

Diese Serie soll euch verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, eure Texte möglichst narrensicher zu verwahren, damit euch ein ähnliches Schicksal erspart bleibt.

Teil 2 beschäftigt sich mit der Sicherung offline also auf dem eigenen Rechner, während Teil 3 die Online-Sicherung behandeln wird.

Wenn ihr inzwischen Vorschläge habt, oder mir mitteilen wollt, wie ihr eure Texte sichert, schreibt mir doch einfach eine Email an mail (at ) iwritestuff (punkt ) net .

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Italienischer Autor schreibt Roman mit dem Handy

Das Cover des Buchs “Compagni di viaggio” von lulu.com
So, nun ist der Aussage, man könne keinen Roman schreiben, während man einem “normalen” Job nachgeht, doch endlich der Wind aus den Segeln genommen:

Der italienische Autor Roberto Bernocco schrieb seinen Science-Fiction-Roman “Compagni di viaggio” (zu Deutsch: Reisegefährten) im Zug, auf dem Weg zur Arbeit und zurück, innerhalb von 17 Wochen.

Und zwar auf dem Handy.

Der Schriftsteller nutzte das T9-Worterkennungssystem zum Schreiben von je 165 Zeichen langen Textblöcken, die er dann speicherte, abends auf den Rechner überspielt, sie zusammenfügte und anschließend redigierte.

Verlegt wurde das Buch auch schon, wenn auch nur im Eigenverlag auf lulu.com.

Ob der Roman jetzt lesenswert ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, allerdings komme ich nicht umhin, vor einer solchen Konsequenz meinen Hut zu ziehen.

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Jerry Seinfelds Motivationsgeheimnis

Jerry Seinfeld, Foto von Alan Light
Foto von Alan Light

Viele talentierte Schreiberlinge scheitern an einer ganz bestimmten Kleinigkeit: Konsequenz.

Viele sind gute Schreiber, viele sogar talentiert, doch die meisten von uns, und da schließe ich mich bei weitem nicht aus, müssen an ihrem Können arbeiten. Es ist möglich, die eigene Schreibe zu verbessern, doch etwas zu erschaffen, was wirklich von Bedeutung ist, erfordert eiserne Beharrlichkeit. Konsequent sein Ziel vor Augen und kontinuierlich darauf hin zu arbeiten, ist etwas, dass nur den wenigsten auf lange Sicht gelingt.

Zu einfach schleichen sich alltägliche Aufgaben dazwischen, andere Hobbies, Freunde, die Familie, und schon ist vergessen, dass man ja eigentlich einen Roman schreiben wollte.

Der Komiker Jerry Seinfeld (in Amerika sehr berühmt, in Deutschland war er mit seiner Fernsehserie Seinfeld bekannt) hat sein eigenes System entwickelt, am Ball zu bleiben.

Er weiß, dass zielgerichtete Arbeit über einen langen Zeitraum auch für einen Comedian sehr wichtig ist, und kaufte sich deswegen einen großen Wandkalender, welcher auf einem Blatt das ganze Jahr anzeigte.

Nach jedem Tag prüft er, ob er ausreichend an seiner Karriere gearbeitet hat, und streicht danach den Tag im Kalender an. Auf diese Weise entsteht, im günstigsten Fall, eine durchgehende Linie, die sich über Tage, vielleicht Wochen zieht.

Der Effekt? Er fing an, die Linie zu mögen. Er wollte sie wachsen sehen und arbeitete deswegen härter an sich selbst.

Seinfelds Kommentar zu seiner Methode und der Punkt, den er am meisten betonte: Don’t break the chain (Breche Brich nicht die Kette)

Ich finde diese Methode, sich selbst zu motivieren, sehr schön und kann mir denken, dass sie eine Menge dazu beitragen kann, im Rhythmus zu bleiben. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal, wo sich ein billiger Wandkalender auftreiben lässt.

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Was wir von Benjamin Franklin lernen können

Benjamin FranklinBenjamin Franklin dürfte uns allen ein Begriff sein. Der Naturwissenschaftler, Verleger und Schriftsteller wird nicht umsonst als einer Gründungsvater der Vereinigten Staaten bezeichnet, und die meisten von uns werden sich erinnern, dass er unter anderem den Blitzableiter erfunden hat.

Möglich wurden Franklins Erfolge, die aufzuzählen den Rahmen des Beitrags sprengen würde, dadurch, dass er ein außerordentlich talentierter Autodidakt war, der sein Wissen größtenteils aus wissenschaftlichen Büchern bezog.

Dafür ist selbstverständlich ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, und auch sonst war Franklin in vielerlei Hinsicht ein gutes Vorbild. Im Alter von gerade einmal 20 Jahren entwickelte er eine Liste mit dreizehn Tugenden, nach denen er nach Möglichkeit leben wollte.

  1. Enthaltsamkeit - Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung.
  2. Schweigen - Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.
  3. Ordnung - Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben.
  4. Entschlossenheit - Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst.
  5. Sparsamkeit - Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt: vergeude nichts.
  6. Fleiß - Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit.
  7. Aufrichtigkeit - Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach.
  8. Gerechtigkeit - Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind.
  9. Mäßigung - Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen.
  10. Reinlichkeit - Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung.
  11. Gemütsruhe - Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.
  12. Keuschheit - Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes.
  13. Demut - Ahme Jesus und Sokrates nach.

Franklin trug ein kleines Buch in seiner Tasche, in dem für jede Tugend ein Blatt angelegt wurde, jeweils wieder unterteilt für jeden Tag (siehe Abbildung). Am Ende des Tages nahm Franklin sein Buch hervor, überlegte, welche seiner Tugenden er verfolgen konnte, und machte eine Markierung in die entsprechende Spalte, falls er sich einen Fehler geleistet hatte.Benjamin Franklins Tugendentafel

Anfangs war er schockiert, wie viele Punkte die Blätter schmückten, doch über die Zeit wurden sie weniger, obwohl sie selbstverständlich nie ganz vom Blatt getilgt werden konnten.

Für uns interessant wird es, wenn wir uns überlegen, wie wir Franklins Idee als Schriftsteller verwenden können. Wenn ihr Lust habt, probiert doch einfach mal aus, ein kleines Buch wie Franklin zu führen, allerdings möchte ich vorschlagen, dass ihr eine Markierung setzt, wenn ihr einer Tugend folgen konntet.

Die Spalten bleiben natürlich euch überlassen, hier sind jedoch ein paar Vorschläge:

  1. Eloquenz - Bemühe dich um einen reichen Sprachschatz, vermeide unnötige und überstrapazierte Worte, lerne neue dazu
  2. Konsequenz - Schreibe täglich und versuche, ein Pensum von mindestens x Zeilen / Wörtern / Seiten zu erfüllen
  3. Studieren - Lies andere Autoren, studiere ihre Techniken, lerne von ihnen
  4. Perfektion - Verbessere deine alten Texte, arbeite an ihnen, poliere sie, bis sie wie Diamanten glänzen
  5. Rechtschreibung - Übe die Rechtschreibung, verbessere Orthografie und Grammatik
  6. Kommunikation - Tausche dich mit anderen Autoren aus, zeige ihnen deine Werke, lerne von ihnen
  7. Demut - Halte dich nicht für perfekt, nimm die Kritik anderer hin und überlege, wie du dich verbessern kannst

Diese Vorgehensweise hat den schönen Effekt, dass man am Ende einer Woche (oder eines Monats) einen Überblick darüber hat, welchen Tugenden man folgen konnte und welche man vernachlässigt hat. Zugegeben, “Rechtschreibung” ist keine so wichtige Tugend wie Franklins “Gemütsruhe”, die aufgeführten Vorschläge sollen mehr als Denkanreiz dienen.

Ich habe die Methode selbst einmal ausprobiert und muss sagen: Ich war sehr erstaunt darüber, wie eifrig ich plötzlich schrieb, um meinen kleinen Punkt setzen zu dürfen, auch wenn ich irgendwann den Faden verlor.

Probiert es doch einfach mal aus, ich würde mich sehr darüber freuen, eure Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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Rhetorische Figuren Teil 2: Die Onomatopoesie

Onomatopoesie erinnert oft an Comics
Illustration: Guido Göbbels

Hinter dem wunderschönen Wort Onomatopoesie versteckt sich eigentlich nichts anderes als die altbekannte Lautmalerei, also die Wiedergabe eines Geräusches als geschriebenes Wort.

Sobald in einer Geschichte also ein Geräusch “wiedergegeben” wird, indem der Autor beispielsweise Rumms oder Patsch schreibt, handelt es sich im eigentlichen Sinn schon um Onomatopoesie.

Die Benutzung eines onomatopoetischen Wortes gibt der Geschichte häufig etwas kindliches. Sätze wie “Mit einem lauten Rumms hauchte der Motor sein Leben aus” eignen sich nicht gerade dazu, einer Geschichte einen spannenden Tiefgang zu verpassen, zumal sie den Leser wahrscheinlich eher an einen Comic erinnern werden als an ein seriös verfasstes, literarisches Machwerk.

Dass sich auch jenseits von Kinderbüchern eine Menge mit gemalten Wörtern erreichen lässt, zeigt der japanische Autor Haruki Murakami. Seine Geschichten sind häufig mit einer gehörigen Portion Surrealität durchsetzt, und um im Leser den seltsam fremden Eindruck zu erwecken, die seine Werke mit sich ziehen, benutzt Murakami häufig onomatopoetische Ausdrücke wie zum Beispiel in seiner Kurzgeschichte “TV-People” in dem Buch Wie ich eines schönen Morgens im April das 100prozentige Mädchen sah.

Wenn man, wie Murakami, eher experimentelle, surrealistische Literatur verfassen möchte, kann man ruhig Laute malen, in den meisten Texten jedoch wirkt die Onomatopoesie hinderlich, da sie die meisten Leser aus dem Lesefluss reißt. Rumms!

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