Neu hier?

Und wieder in den Urlaub

Doch, doch, tatsächlich, ich hatte noch ein paar Urlaubstage übrig, und so habe ich heute meine Sachen gepackt und mache mich morgen auf den Weg in die Ferne.

Ich wünsche euch, während ich weg bin, ein paar schöne und vor allem produktive Tage, ich melde mich mit dem nächsten Beitrag am Dienstag, dem 7. August.

Macht’s gut!

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Samstägliche Schreibidee Nr. 5

Die heutige Schreibidee wurde von meinem Bruder Dirk angeregt und ist ein wenig ungewöhnlich:

Sucht euch ein beliebiges Rezept, ob für Schokoladenkuchen oder für Reis mit vegetarischer Beilage — ganz egal. Schreibt dann eine Geschichte, die entweder Lust auf dieses Rezept machen soll oder dem Leser beibringt, die Speise zu kochen.
Beachtet allerdings, dass die Geschichte auch für jemanden, der nichts von dem Rezept weiß, spannend sein soll.

Falls auch ihr eine gute Schreibidee habt, schickt mir doch eine kurze Email an mail (at ) iwritestuff ( punkt ) de .

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Italienischer Autor schreibt Roman mit dem Handy

Das Cover des Buchs “Compagni di viaggio” von lulu.com
So, nun ist der Aussage, man könne keinen Roman schreiben, während man einem “normalen” Job nachgeht, doch endlich der Wind aus den Segeln genommen:

Der italienische Autor Roberto Bernocco schrieb seinen Science-Fiction-Roman “Compagni di viaggio” (zu Deutsch: Reisegefährten) im Zug, auf dem Weg zur Arbeit und zurück, innerhalb von 17 Wochen.

Und zwar auf dem Handy.

Der Schriftsteller nutzte das T9-Worterkennungssystem zum Schreiben von je 165 Zeichen langen Textblöcken, die er dann speicherte, abends auf den Rechner überspielt, sie zusammenfügte und anschließend redigierte.

Verlegt wurde das Buch auch schon, wenn auch nur im Eigenverlag auf lulu.com.

Ob der Roman jetzt lesenswert ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, allerdings komme ich nicht umhin, vor einer solchen Konsequenz meinen Hut zu ziehen.

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Neuer Text: Der Sonnenautomat

Eine Tür mit einer Dartscheibe
Illustration: Guido Göbbels

Ich bin heute mit dem Redigieren einer Kurzgeschichte fertig geworden und habe sie in die Rubrik “Texte“gestellt.

Der Sonnenautomat

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir hier einen Kommentar schreiben würdet, wie ihr es findet.

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Jerry Seinfelds Motivationsgeheimnis

Jerry Seinfeld, Foto von Alan Light
Foto von Alan Light

Viele talentierte Schreiberlinge scheitern an einer ganz bestimmten Kleinigkeit: Konsequenz.

Viele sind gute Schreiber, viele sogar talentiert, doch die meisten von uns, und da schließe ich mich bei weitem nicht aus, müssen an ihrem Können arbeiten. Es ist möglich, die eigene Schreibe zu verbessern, doch etwas zu erschaffen, was wirklich von Bedeutung ist, erfordert eiserne Beharrlichkeit. Konsequent sein Ziel vor Augen und kontinuierlich darauf hin zu arbeiten, ist etwas, dass nur den wenigsten auf lange Sicht gelingt.

Zu einfach schleichen sich alltägliche Aufgaben dazwischen, andere Hobbies, Freunde, die Familie, und schon ist vergessen, dass man ja eigentlich einen Roman schreiben wollte.

Der Komiker Jerry Seinfeld (in Amerika sehr berühmt, in Deutschland war er mit seiner Fernsehserie Seinfeld bekannt) hat sein eigenes System entwickelt, am Ball zu bleiben.

Er weiß, dass zielgerichtete Arbeit über einen langen Zeitraum auch für einen Comedian sehr wichtig ist, und kaufte sich deswegen einen großen Wandkalender, welcher auf einem Blatt das ganze Jahr anzeigte.

Nach jedem Tag prüft er, ob er ausreichend an seiner Karriere gearbeitet hat, und streicht danach den Tag im Kalender an. Auf diese Weise entsteht, im günstigsten Fall, eine durchgehende Linie, die sich über Tage, vielleicht Wochen zieht.

Der Effekt? Er fing an, die Linie zu mögen. Er wollte sie wachsen sehen und arbeitete deswegen härter an sich selbst.

Seinfelds Kommentar zu seiner Methode und der Punkt, den er am meisten betonte: Don’t break the chain (Breche Brich nicht die Kette)

Ich finde diese Methode, sich selbst zu motivieren, sehr schön und kann mir denken, dass sie eine Menge dazu beitragen kann, im Rhythmus zu bleiben. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal, wo sich ein billiger Wandkalender auftreiben lässt.

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Was wir von Benjamin Franklin lernen können

Benjamin FranklinBenjamin Franklin dürfte uns allen ein Begriff sein. Der Naturwissenschaftler, Verleger und Schriftsteller wird nicht umsonst als einer Gründungsvater der Vereinigten Staaten bezeichnet, und die meisten von uns werden sich erinnern, dass er unter anderem den Blitzableiter erfunden hat.

Möglich wurden Franklins Erfolge, die aufzuzählen den Rahmen des Beitrags sprengen würde, dadurch, dass er ein außerordentlich talentierter Autodidakt war, der sein Wissen größtenteils aus wissenschaftlichen Büchern bezog.

Dafür ist selbstverständlich ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, und auch sonst war Franklin in vielerlei Hinsicht ein gutes Vorbild. Im Alter von gerade einmal 20 Jahren entwickelte er eine Liste mit dreizehn Tugenden, nach denen er nach Möglichkeit leben wollte.

  1. Enthaltsamkeit - Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung.
  2. Schweigen - Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.
  3. Ordnung - Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben.
  4. Entschlossenheit - Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst.
  5. Sparsamkeit - Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt: vergeude nichts.
  6. Fleiß - Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit.
  7. Aufrichtigkeit - Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach.
  8. Gerechtigkeit - Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind.
  9. Mäßigung - Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen.
  10. Reinlichkeit - Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung.
  11. Gemütsruhe - Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.
  12. Keuschheit - Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes.
  13. Demut - Ahme Jesus und Sokrates nach.

Franklin trug ein kleines Buch in seiner Tasche, in dem für jede Tugend ein Blatt angelegt wurde, jeweils wieder unterteilt für jeden Tag (siehe Abbildung). Am Ende des Tages nahm Franklin sein Buch hervor, überlegte, welche seiner Tugenden er verfolgen konnte, und machte eine Markierung in die entsprechende Spalte, falls er sich einen Fehler geleistet hatte.Benjamin Franklins Tugendentafel

Anfangs war er schockiert, wie viele Punkte die Blätter schmückten, doch über die Zeit wurden sie weniger, obwohl sie selbstverständlich nie ganz vom Blatt getilgt werden konnten.

Für uns interessant wird es, wenn wir uns überlegen, wie wir Franklins Idee als Schriftsteller verwenden können. Wenn ihr Lust habt, probiert doch einfach mal aus, ein kleines Buch wie Franklin zu führen, allerdings möchte ich vorschlagen, dass ihr eine Markierung setzt, wenn ihr einer Tugend folgen konntet.

Die Spalten bleiben natürlich euch überlassen, hier sind jedoch ein paar Vorschläge:

  1. Eloquenz - Bemühe dich um einen reichen Sprachschatz, vermeide unnötige und überstrapazierte Worte, lerne neue dazu
  2. Konsequenz - Schreibe täglich und versuche, ein Pensum von mindestens x Zeilen / Wörtern / Seiten zu erfüllen
  3. Studieren - Lies andere Autoren, studiere ihre Techniken, lerne von ihnen
  4. Perfektion - Verbessere deine alten Texte, arbeite an ihnen, poliere sie, bis sie wie Diamanten glänzen
  5. Rechtschreibung - Übe die Rechtschreibung, verbessere Orthografie und Grammatik
  6. Kommunikation - Tausche dich mit anderen Autoren aus, zeige ihnen deine Werke, lerne von ihnen
  7. Demut - Halte dich nicht für perfekt, nimm die Kritik anderer hin und überlege, wie du dich verbessern kannst

Diese Vorgehensweise hat den schönen Effekt, dass man am Ende einer Woche (oder eines Monats) einen Überblick darüber hat, welchen Tugenden man folgen konnte und welche man vernachlässigt hat. Zugegeben, “Rechtschreibung” ist keine so wichtige Tugend wie Franklins “Gemütsruhe”, die aufgeführten Vorschläge sollen mehr als Denkanreiz dienen.

Ich habe die Methode selbst einmal ausprobiert und muss sagen: Ich war sehr erstaunt darüber, wie eifrig ich plötzlich schrieb, um meinen kleinen Punkt setzen zu dürfen, auch wenn ich irgendwann den Faden verlor.

Probiert es doch einfach mal aus, ich würde mich sehr darüber freuen, eure Meinung in den Kommentaren zu lesen.

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Rhetorische Figuren Teil 2: Die Onomatopoesie

Onomatopoesie erinnert oft an Comics
Illustration: Guido Göbbels

Hinter dem wunderschönen Wort Onomatopoesie versteckt sich eigentlich nichts anderes als die altbekannte Lautmalerei, also die Wiedergabe eines Geräusches als geschriebenes Wort.

Sobald in einer Geschichte also ein Geräusch “wiedergegeben” wird, indem der Autor beispielsweise Rumms oder Patsch schreibt, handelt es sich im eigentlichen Sinn schon um Onomatopoesie.

Die Benutzung eines onomatopoetischen Wortes gibt der Geschichte häufig etwas kindliches. Sätze wie “Mit einem lauten Rumms hauchte der Motor sein Leben aus” eignen sich nicht gerade dazu, einer Geschichte einen spannenden Tiefgang zu verpassen, zumal sie den Leser wahrscheinlich eher an einen Comic erinnern werden als an ein seriös verfasstes, literarisches Machwerk.

Dass sich auch jenseits von Kinderbüchern eine Menge mit gemalten Wörtern erreichen lässt, zeigt der japanische Autor Haruki Murakami. Seine Geschichten sind häufig mit einer gehörigen Portion Surrealität durchsetzt, und um im Leser den seltsam fremden Eindruck zu erwecken, die seine Werke mit sich ziehen, benutzt Murakami häufig onomatopoetische Ausdrücke wie zum Beispiel in seiner Kurzgeschichte “TV-People” in dem Buch Wie ich eines schönen Morgens im April das 100prozentige Mädchen sah.

Wenn man, wie Murakami, eher experimentelle, surrealistische Literatur verfassen möchte, kann man ruhig Laute malen, in den meisten Texten jedoch wirkt die Onomatopoesie hinderlich, da sie die meisten Leser aus dem Lesefluss reißt. Rumms!

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Sprachspiele für ungewöhnliche Ideen

Die Onlineenzyklopädie Wikipedia ist ja wahrscheinlich den meisten von uns bekannt, die Wikibooks sind allerdings nicht so weit verbreitet. Dabei sind sie recht interessant, da sie eine mehr oder minder umfassende Sammlung zu einem bestimmten Thema zusammenstellen, die im Umfang über einen enzyklopädischen Beitrag hinausgehen.

Ein schönes, lesenswertes Wikibook nennt sich “Sprachspiele“. Dort werden verschiedene Techniken vorgestellt, wie man auf spielerische Art und Weise mit Worten umgehen kann, so dass neue, ungewöhnliche Ideen entstehen.

Schaut doch einfach mal rein, ich fand die Seite sehr interessant zu lesen.

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Samstägliche Schreibidee Nr. 4

Werden wir doch dieses Mal ein wenig philosophisch!

Schreibt eine Geschichte, in der ihr selbst der Protagonist seid. Die Details der Handlung bleiben euch überlassen, doch passieren sollte folgendes: Euer Protagonist (also ihr!) trifft auf sein Anti-Selbst, also eine Figur, die euer komplettes Gegenteil darstellt. Wenn ihr lustig, tolerant und weltoffen seid, ist euer Anti-Ich trübe, engstirnig und konservativ.

Es macht eine Menge Spaß, sich so mal Gedanken um die eigenen Charakterzüge zu machen.

Wenn ihr aus dieser Schreibidee eine Geschichte gemacht habt, schickt sie mir doch per Mail an mail (at ) iwritestuff (punkt ) de oder schreibt sie in die Kommentare.

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Vorlesen schafft Distanz zum Text

Wenn die erste Fassung des Textes steht und ich mich ans Redigieren setze, habe ich persönlich häufig Probleme damit, Distanz zum Text zu wahren. Soll heißen: Wenn ich einen fremdem Text lese, fallen mir mehr Dinge ein, die ich anders gemacht hätte, ich kann zu beinah jedem Satz aufschreiben, warum er besser anders lauten würde. Wenn ich einen meiner eigenen Texte lese, kann ich das nicht.

Aus welchem Grund ist das so? Ganz einfach: Mein Text gehört mir, ich schrieb ihn, er ist ein Abbild der Welt, die in meinem Kopf entstanden ist. Ich hänge emotional daran und scheue deswegen, meinen Verstand das tun zu lassen, was er tun soll: Rational agieren und Textstellen streichen, die keinen Daseinszweck haben, auch wenn es noch so weh tut. Zu Texten anderer Leute habe ich keine solche emotionale Bindung und deswegen auch keine Hemmungen, zu streichen, zu redigieren, zu kritisieren.

Ein kleiner Trick, den ich mir angewöhnt habe, um nach einer Pause wieder an meinen Text zurückzukehren und das zu tun, was getan werden muss: Ich lese mir selbst vor.

Zuerst solltet ihr sicher sein, dass ihr Ruhe habt, dass euch keiner stört und dass ihr eine Weile vor euch hin arbeiten könnt. Dann öffnet ihr das Dokument, lehnt euch bequem in euren Stuhl und lest euch den Text selbst laut vor. Dadurch, dass der Text nun nicht mehr primär über die Augen aufgenommen wird, sondern vielmehr durch die Ohren den Weg ins Gehirn findet, wird es euch leichter fallen, den Text nicht mehr wie euren Erstgeborenen, sondern wie das zu behandeln, was es eben ist: Die Rohfassung. Und dass die niemals perfekt ist, brauche ich hier schließlich niemandem zu erzählen.

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