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12 Tipps für selbstbewusstes Vorlesen und Sprechen

Als ich etwa zwölf Jahre alt war, sollte ich im Deutschunterricht vor der Klasse eine Buchbesprechung halten.

Ich stellte mich neben das Lehrerpult, begann mit der Einleitung der Besprechung…und hielt inne. Mit einem Mal war mir schwindlig, mir verschwamm die Sicht, ich musste mich hinsetzen und den Vortrag an einem anderen Tag halten.

Damals dachte ich, die Hitze im Klassenzimmer hätte mir zugesetzt, doch heute weiß ich es besser: Schuld war meine Nervosität.

Vor drei Jahren, im Alter von zwanzig Jahren, saß ich vor einem Dutzend Leuten und las einen meiner Texte, flüssig und ohne zu stottern. Natürlich hatte ich auch da noch Probleme, und nicht aus jedem kann der perfekte Vorleser werden, doch hier sind zehn Ideen, die ich hilfreich finde:

  1. Nicht nervös werden
    Ich weiß, ich weiß, leichter gesagt als getan. Wenn ihr wollt, könnt ihr es mit der alten Zuschauer-in-Unterwäsche-vorstellen-Methode lösen, ich finde jedoch einen anderen Tipp, den mir mal ein Lehrer gegeben hat, einfacher umzusetzen: Stellt euch im Kopf die Frage, was schlimmstenfalls passieren könnte. Niemand wird lachen, wenn ihr euch im Satz verhaspelt und ihn von vorne lesen müsst.
  2. Vorbereitet sein
    Ihr habt den Text natürlich geschrieben, den ihr vorlesen wollt, doch trotzdem würde ich ihn vorher mehrmals lesen. Wenn ihr mit eurem Text wirklich vertraut seid, sinkt die Wahrscheinlichkeit, über ungewöhnliche Wörter zu stolpern.
  3. Entscheidet euch für eine Stimme
    Ich will mal zwischen zwei verschiedenen Arten unterscheiden, einen Text vorzulesen: Entweder, ihr behaltet die selbe Stimmlage bei, oder ihr versucht, die Stimmen eurer Figuren zu imitieren. Letzeres klingt natürlich professioneller, ist jedoch schwieriger durchzuführen, wenn ihr Sprechen nicht gewöhnt seid. Als ich meine Lesung hatte, fing ich an, die weiblichen Charaktere durch eine leicht höhere Stimme sprechen zu lassen, merkte, dass es dumm klang und verfiel in eine einheitliche Tonlage. Was immer ihr tut: Wenn ihr euch vorher entscheidet, könnt ihr einen solchen Bruch vermeiden.
  4. Die Sinuskurve
    Ein Freund, der ehrenamtlich für einen Radiosender arbeitet, gab mir einen Tipp: Sprecht in der Sinuskurve. Wir erinnern uns aus dem Mathematikunttericht: Die Sinuskurve steigt zuerst an, fällt ab dem Zenit, bis sie ihren Tiefpunkt erreicht und steigt dann wieder zur Ausgangsposition. Radiomoderatoren sprechen auf diese Weise, indem sie ihre Stimme durch den Satz mal steigen, mal sinken lassen. Das unterstüzt eine abwechslungsreiche Sprechweise. Vorsicht: Nicht leiern lassen!
  5. Ruhig, Brauner
    Fast jeder ungeübte Sprecher spricht zu schnell. Der psychologische Hintergrund liegt darin, dass man leicht verleitet ist, zu glauben, man sei auf diese Weise schneller fertig. Eine wichtige Regel beim Sprechen vor Publikum lautet allerdings: Jede Pause kommt einem kürzer vor, als sie ist. Scheut euch also nicht davor, an wichtigen Stellen der Geschichte, beispielsweise bei Szenenwechseln, wirklich lange, wirkungsvolle Pausen zu lassen und auch sonst ruhig zu sprechen.
  6. Satzzeichen richtig betonen
    Es mag trivial klingen, doch wenn ein Satz eine Frage ist, sollte er auch so betont werden. Senkt also die Stimme deutlich, wenn ihr an einen Punkt gelangt, hebt sie merklich bei einem Fragezeichen und lasst eine Pause nach beiden.
  7. Trinken
    Nein, ich meine nicht, dass ihr euch vor dem Lesen Mut antrinken sollt. Mein Hauptproblem beim Vorlesen ist, dass mein Mund schnell trocken wird, was irritiert und die Sprechweise beeinflusst. Falls es also irgendwie möglich ist, solltet ihr euch ein Glas Wasser griffbereit halten. Das hat noch einen weiteren Vorteil: Wenn ihr kurz eure Gedanken sammeln müsst, greift einfach nach dem Wasserglas. Die entstandene Pause wirkt entspannend.
  8. Die Wirkung der eigenen Stimme lernen
    Hier liegt eine hohe Hemmschwelle bei den meisten Menschen vor. “Was, so soll meine Stimme klingen?” Egal, da müssen wir durch. Nehmt eure Stimme auf, ein einfaches Computermikrofon oder ein Diktiergerät vom Nachbarn reichen dafür völlig aus, sagt ein paar Sätze (es musst nicht gleich die komplette Geschichte sein) und spielt die Aufnahme ab. Nach einer Weile habe ich mich tatsächlich ein wenig damit abgefunden, wie meine Stimme für andere klingt und konnte selbstsicherer Vorlesen.
  9. Keine Angst vor starker Emotion
    Geschichten sind vollgepackt mit Emotionen. Liebe, Hass, Neid, Angst, Trauer…eure Figuren machen eine Menge durch, nicht wahr? Wir sollten uns nicht scheuen, dies auch dem Publikum so zu präsentieren. Nach mir las ein junger Mann, der die Hälfte seiner Geschichte förmlich herausbrüllte, weil jede der Figuren einen Groll gegen die anderen hegte: Das Publikum hing an seinen Lippen. Daraus habe ich gelernt, dass man ruhig mal ein wenig weinerlich lesen kann, wenn der Protagonistin just das Herz gebrochen wurde.
  10. Hört den Profis zu
    Besorgt euch ein paar Hörbücher (am besten keine Hörspiele, die von mehreren Sprechern mit verteilten Rollen gelesen werden, Hörbücher mit nur einem Sprecher eignen sich besser), und hört ihnen beim Sprechen zu. Versucht, sie nachzuahmen und ihre Sprechweise für eure Texte zu adaptieren. Wenn ihr nicht viel Geld ausgeben wollt, schaut mal in eurer Stadtbibliothek vorbei (oder besucht Sie im Internet!)
  11. Achtet auf die Körpersprache
    Nach Schätzungen macht das gesprochene Wort nur etwa die Hälfte der Botschaft aus, die wir übermitteln wollen: Der Rest besteht aus der so genannten Metakommunikation, also Körpersprache und Betonung. Ich schlage vor, die Lesung bequem auf der Couch zu üben und sich dabei selbst, mit einem gelegentlichen Seitenblick, im Spiegel zu beobachten, oder, falls die Möglichkeit besteht, sich selbst mit einer Videokamera oder Webcam zu filmen.
  12. Üben, üben, üben
    Die wichtigste Lektion für ein höheres Selbstbewusstsein beim Sprechen ist: Üben. Bevor ihr euch vor eine Gruppe fremder Leute setzt, ladet zwei oder drei Freunde ein und lest denen vor. Noch besser: Macht das Vorlesen zu einer angenehmen Übung. Ich lese meiner Freundin Lisa gerne mal die ein oder andere Geschichte vor, und es stellt für uns beide eine schöne Erfahrung dar.

Vielleicht ermutigen euch diese Tipps ja, euch einmal selbst einem Publikum zu stellen, ich plane auf jeden Fall, in naher Zukunft wieder an einer Lesung Teil zu nehmen (keine Angst, ich schreibe natürlich darüber!), denn es ist für einen Hobbyschriftsteller eine sehr bereichernde Erfahrung.

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Das Literaturcafé gibt Tipps zu Lesungen

Mit der Serie “Bis Klagenfurt anruft. Ein Praxisbericht” begleitet das Literaturcafé nun schon seit fünf Folgen den siebenjährigen Weg einer jungen Autorin bis hin zur ersten Veröffentlichung.

Der jüngst veröffentlichte, fünfte Teil der Serie, “Präsentationen. Lesungen.” widmet sich dem Thema “Lesung”, und weil ich für morgen ebenfalls einen Beitrag zu diesem Thema vorbereitet habe, wollte ich euch diesen Link nicht vorenthalten.

Die Klagenfurt-Serie ist locker geschrieben und spaßig zu lesen, und doch ist sie, in jeder Folge wieder, wertvoll und mit nützlichen Tipps vollgepackt.

Ich würde die Lektüre der Seite uneingeschränkt empfehlen, denn ich konnte schon viel daraus lernen.

Links

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Redensarten als Anachronismen in historischen Texten

Eine Geschichte, die in der Vergangenheit spielt, ist für den Leser ein Genuss, da sie ihn in vergessene Zeiten führt und ihm eine Welt zeigt, die es so nicht mehr gibt. Für den Autor allerdings birgt das Verfassen historischer Texte eine Vielzahl von Tücken.

Ein kleiner faux pas, der immer wieder vor allem unerfahrenen Autoren unterläuft, ist dabei das unbeabsichtigte Verwenden eines Anachronismus.

Anachronismus bezeichnet einen Sachverhalt oder Gegenstand, der nicht in die derzeitige Zeit passt.

Die wenigsten Autoren werden auf die Idee kommen, eine Atombombe in die Handlung eines historischen Romans einzubinden, der Fehler, auf den ich eingehen möchte, ist subtiler:

Viele Redewendungen sind uns so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir überhaupt nicht merken, dass sie im Kontext historischer Texte einen Anachronismus darstellen.

Zur Veranschaulichung ein paar Beispiele:

  1. Seine gestählten Muskeln spielten unter gebräunter Haut (Wenn der Stahl noch nicht erfunden wurde, ist diese Formulierung problematisch)
  2. “Ich habe damit nichts zu tun”, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen
  3. Der Abt gab dem Wiederaufbau der Kirche grünes Licht (”grünes Licht geben” bezieht sich auf das grüne Licht einer Ampel)
  4. Als seine Hände im Dunkeln das Schwert ertasteten, sah er Licht am Ende des Tunnels (auch der Tunnelbau ist noch nicht ewig alt)
  5. Robert saß im heißen Wasser des Badezubers und fühlte sich pudelwohl (Pudel wurden erst Ende des 19. Jahrhunderts gezüchtet)
  6. Er folgte der Rede des Barons und verstand nur Bahnhof.
  7. Sie würdigte ihn keines Blickes und gab ihm den Laufpass (diese Redewendung geht zurück auf die Soldaten des 18. Jahrhunderts)

Deswegen möchte ich vorschlagen: Beim Verfassen von Texten, die weit in der Vergangenheit spielen, sollte bei jeder Redewendung ein Moment darauf verwendet werden, zu prüfen, ob sie zu der beschriebenen Zeit überhaupt schon verwendet werden konnte.

Kennt ihr noch weitere, anachronistische Redewendungen? Schreibt sie mir doch in den Kommentaren.

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Samstags-Schreibidee Nr. 3

Meine Schreibidee für heute:

Schreibt einen Text nach folgendem Aufhänger: Euer Protagonist erwacht aus traumlosen Schlaf und steht auf dem Dach eines hohen Gebäudes. Keine Tür, kein Fenster, keine Erinnerung, wie er dort hin gekommen ist. Sein einziger Gefährte ist eine kleine schwarze Katze mit Augen, die für ein Tier etwas zu klug wirken.

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Ab in den Urlaub

So, liebe Leser,

während ihr dies hier lest, liege ich in Spanien am Strand, ich habe nämlich am Donnerstag mein Zelt und meine Liebste gepackt und bin ab nach Bilbao, um endlich wieder ein wenig auszuspannen.

Ich habe meinen Blog so vorbereitet, dass er den gestrigen Beitrag automatisch veröffentlicht hat, und am Samstag werdet ihr auch wie gewohnt die Samstägliche Schreibidee (dieses Mal also Nr. 3) lesen.

Bitte entschuldigt die Pause, ab dem 17. Juli bin ich wieder mit neuem Beitrag da.

Wie geht es dann also weiter mit iWriteStuff? Zuerst einmal möchte ich auf den Kommentar einer Leserin eingehen, die mich darauf hinwies, dass ich zu sehr von oben herab schreibe.

Es war nicht meine Absicht, durch meine Beiträge den Eindruck zu erwecken, ich wolle mich von der Masse der Schreibenden abheben oder arrogant wirken. Im Gegenteil: Ich bin normalerweise durch und durch von Zweifeln durchfressen, wenn ich mich an die Tastatur setze, und die Tatsache, dass ich ja bis heute unveröffentlicht bin, zeigt, dass ich keinerlei Berechtigung habe, mahnend den Zeigefinger zu heben. Wahrscheinlich habe ich das nicht deutlich genug geschrieben, und ich entschuldige mich dafür.

Ich bin nur der Meinung, dass das Schreiben, und damit meine ich: ernsthaftes Schreiben, eine Tätigkeit ist, die einem einiges abverlangt, und deswegen finde ich, dass man hart zu sich selbst sein sollte, wenn es darum geht, es zu erlernen.

Wie dem auch sei, ich werde mich jedenfalls in Zukunft darum bemühen, diese Zweifel zu zerstreuen und keinen Hehl mehr darauf machen, dass mir auch mulmig zumute ist, wenn ich vor einem leere Blatt sitze.

Des weiteren habe ich noch eine Interviewzusage zu verzeichnen, wer es ist, möchte ich allerdings noch nicht verraten.

Ich hoffe, ihr bleibt mir, auch in meiner Blog-Abstinenz, treu und sage: Bis auf bald!

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Aufhören, wenn’s am Schönsten ist

Wer an der spannendsten Stelle aufhört, ist auf jeden Fall motiviert, weiterzumachen
Illustration: Guido Göbbels

Jeder von uns hat Hausarbeiten, die er lieber mag, und welche, die er nicht ausstehen kann. Ich zum Beispiel kann Staubsaugen beim besten Willen nicht ertragen.

Genauso hat jeder von uns eine bestimmte Art von Szenen, die einfach nicht vernünftig aus der Feder fließen wollen. Typische Szenen, die Autoren immer wieder Schwierigkeiten bereiten, sind beispielsweise alle, bei denen es unter der Bettdecke heiß hergeht oder bei denen ein Charakter ums Leben kommen soll, den der Autor eigentlich gern hat (oder beides!). Auch Szenen, auf die sich der Autor nicht ausreichend mental vorbereitet hat, sind Kandidaten für die ein oder andere Schreibblockade.

Doch es gibt auch Szenen, die einem gut gelingen. Ich persönlich staune immer wieder darüber, wie ich romantische Szenen voller Leidenschaft und Emotionen aufs Papier bringen kann, nur um kurz darauf über eine Beschreibung des Alltäglichen zu stolpern.

Was soll man also dagegen tun?

Ich schlage vor, dass ihr den Plan, nach dem ihr einen Text schreibt, ein wenig umstrukturiert. Wenn ihr das nächste Mal zu einer Szene kommt, von der ihr wisst, dass sie euch gefallen wird, hört auf. Legt den (eventuell metaphorischen) Stift nieder und tut irgendwas anderes. Schreibt den Text nicht jetzt weiter.

Der Effekt ist einfach: Sobald ihr ihm Zeit lasst, wird euer Verstand an dieser Stelle nagen und sich damit beschäftigten, weil er sich darauf freut, sie zu schreiben. Wenn ihr euch das nächste Mal an den Text setzt, werdet ihr euch wundern, wie leicht die Worte aus euch heraussprudeln und wie wunderbar euch die Szene gelingen wird.

Dass danach eine anstrengende Passage folgt (soll heißen: für den Autor anstrengend zu schreiben, wenn sie für den Leser anstrengend zu lesen ist, hat sie sowieso nichts in eurem Text zu suchen!), werdet ihr nicht einmal bemerken, da ihr zu sehr im Fluss sein werdet.

Nutzt diese Motivation, so lange sie anhält und schreibt, was ihr könnt. Wenn ihr die nächste Szene in Angriff nehmen wollt, die euch beim Schreiben Freude bereiten wird, ihr erratet es: hört auf. So könnt ihr den Schwung, den ihr in solchen Szenen verspürt, durch euren gesamten Text tragen.

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Petra A. Bauer: 5 Wertvolle Tipps Gegen Schreibblockaden

Die veröffentlichte Autorin Petra A. Bauer hat auf ihrem lesenswerten Blog “Writingwomans Blog” heute den fünften Teil einer Serie veröffentlicht, auf den ich euch gerne aufmerksam machen würde.

Die Serie heißt “Schreibblockade bekämpfen” und bietet einprägsame und meiner Meinung nach nützliche Tipps zu einem meiner Lieblingsthemen, versetzt mit persönlichen Erfahrungen von Petra Bauer.

Ich bin so dreist, einfach mal ohne weiteren Kommentar zu verlinken:

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10 Gewohnheiten, um ein besserer Autor zu werden

Gewohnheiten zu ändern, kann euch zu einem besseren Autor machen
Illustration: Guido Göbbels

Wir sind das, was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit - Aristoteles

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, anders kann man es nicht ausdrücken. Wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Zähne zu putzen, wir gewöhnen uns daran, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken, wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Emails abzurufen.

Warum also sollte man sich nicht an etwas gewöhnen, das uns weiter bringt? Ganz einfach: Sich eine Angewohnheit anzuerziehen ist harte Arbeit.

Am einfachsten geht es, wenn man das Ziel konstant verfolgt, denn irgendwann adaptiert sich das Hirn an die neue Situation und folgt dem Trott.

In diesem Beitrag möchte ich euch 10 Gewohnheiten ans Herz legen, die euch zu einem besseren Schriftsteller machen werden. Fühlt euch frei, eine, mehrere oder alle zu übernehmen, doch tut es nicht gleichzeitig, das überwältigt und steht eurem Ziel im Wege.

Fangt lieber an, euch eine nach der anderen in beliebiger Reihenfolge vorzunehmen, denn sich eine Angewohnheit anzuerziehen, ist einfacher.

  1. Tragt immer ein Buch bei euch
    Beobachtet euch doch einmal bei eurem Tagesablauf. Ob in der Bahn oder im Wartezimmer, beim Essen, bei der Kaffeepause, jeder Mensch hat ungenutzte Zeit zur Verfügung. Wenn ich grob schätzen müsste, würde ich sagen, ich habe pro Tag 30-45 Minuten Zeit, in der ich nichts zu tun habe. Nutzt diese Zeit aktiv, indem ihr immer ein Buch bei auch tragt. Jeder Schreibende weiß, dass Lesen fast so wichtig ist wie das Schreiben selbst, also nutzt jede Gelegenheit, um gute Bücher zu verschlingen, als gäbe es kein Morgen.
  2. Tragt immer ein Notizbuch bei euch
    Ideen sind flüchtig und das menschliche Gehirn unzuverläßig. Stellt sicher, dass ihr aufschreiben könnt, was euch die Muse ins Ohr flüstert und ihr werdet unmittelbar produktiver sein.
  3. Führt ein Produktivitätsprotokoll
    Ein ungeheurer Ansporn für mich ist zu sehen, wie ich mich über die Zeit entwickle. Zu diesem Zweck habe ich mir angewöhnt, die Anzahl der Wörter, die ich an einem Tag schreibe, in meinen Kalender einzutragen. Von dort aus übertrage ich sie in eine Excel-Liste und lasse mir ein Diagramm ausgeben. Auf diese Weise kann ich sehr schön verfolgen, an welchen Tagen ich produktiv war, und auch Lücken in meinem Schreibplan fallen direkt auf.
  4. Belohnt euch nach getaner Arbeit
    Das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip. Gönnt euch selbst eine Kleinigkeit, wenn ihr geschrieben habt. Für mich war das beispielsweise eine Zeit lang das Zubereiten eines besonders leckeren Sandwiches zum Frühstück. Andere Belohnungen könnten etwa sein: etwas in einem guten Buch schmökern, Schokolade, eine Rückenmassage vom Partner, eine halbe Stunde Fernsehen, ein Tour über die liebsten Internetseiten, einen Lauf im Park, eine Tasse Kaffee, Beobachten des Sonnenaufgangs, Musik auf voller Lautstärke…
  5. Bestraft euch nach nicht getaner Arbeit
    Der Umkehrschluss: Gönnt euch keine Annehmlichkeiten, wenn ihr an einem Tag nicht geschrieben habt. Keine morgendliche Tasse Kaffee, keinen Schokoriegel in der Mittagspause. Gebt diesen beiden Gewohnheiten etwas Zeit, und es sollte sich ein Effekt einstellen wie bei Pavlovs Hund: Das Gehirn lernt, dass es nach dem Schreiben belohnt wird.
  6. Führt ein Tagebuch
    Für uns Schreibende ist es essenziell wichtig, so viel wie irgend möglich zu schreiben, denn nur aus Übung entsteht Perfektion. Eine Möglichkeit, sich zur Regelmäßigkeit zu animieren, ist, ein Tagebuch zu führen. Ich habe vor kurzem angefangen, obwohl ich mich dabei wie ein Teenager fühlte, und ich muss sagen: Es lohnt sich. Versucht, nicht stur euren Tagesablauf abzuarbeiten, sondern protokolliert Gefühle, Gedanken, Zweifel und Ängste. Die werden euch in zukünftigen Geschichten mehr zu Gute kommen.
  7. Schreibt zu festen Zeiten. Immer.
    Setzt euch eine feste Zeit am Tag, an der ihr schreibt. Nicht recherchiert, nicht an alten Texten herumdoktort, sondern einfach die Ventile öffnet und herausfließen lasst, was gesagt werden muss. Zu dieser Zeit seid ihr nicht ansprechbar: Sagt das euren Partnern / Kindern / Mitbewohnern. Schließt die Tür, sowohl physikalisch als auch metaphorisch. Widmet euch ganz eurer Arbeit während dieser Zeit, lasst den Anrufbeantworter ans Telefon und eure Freundin an die Tür gehen. Sagt Parties ab. Schreibt. In meiner Erfahrung hat es sich herausgestellt, dass ich in den frühen Morgenstunden am produktivsten bin, doch das ist wohl von Person zu Person verschieden. Am wichtigsten ist, dass ihr einen festen Plan zum Schreiben habt und euch daran haltet.
  8. Schreibt jeden Tag ein Wort auf, welches ihr öfters oder eins, was ihr nicht mehr verwenden wollt
    Die deutsche Sprache ist voll von wunderschönen Worten und Ausdrücken (”nichtsdestoweniger” finde ich eine wunderschöne Formulierung) und ebenso angefüllt mit Wörtern, die am besten in der Versenkung verschwänden. Gewöhnt euch an, eure Lieblinge zu kultivieren (nicht überstrapazieren!) und andere Wörter zu knechten.
  9. Sprecht grammatikalisch korrekt
    Wenn ihr korrekt schreiben wollt, sprecht korrekt. Sagt nicht: “Ich bin heute morgen mit der Bahn gefahren”, sondern “Ich fuhr mit der Bahn”. Sagt nicht: “Ich bin wegen dem Stau zu spät”, sagt: “Ich kam wegen des Staus zu spät”. Vermeidet das Passiv. Lernt die grammatikalischen Grundregeln. Ihr werdet sehen, dass sich das nicht nur positiv auf eure Schreibe, sondern auch auf euer menschliches Miteinander auswirken wird.
  10. Seht nicht mehr fern
    Wie in einem früheren Beitrag schon angemerkt ist fernsehen eine der Tätigkeiten, die für einen Schreiberling den (literarischen) Tod bedeuten können. Lasst euch nicht von den Medien einlullen. Ihr seid auf diesem Planeten, um etwas zu erschaffen, nicht um euch von Fernsehrichtern berieseln zu lassen. Seid wütend auf das Fernsehen, es hat schon genug eurer Romane gefressen.

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10 Fragen an Oliver Buslau

Oliver Buslau

Ich bin äußerst stolz, an dieser Stelle mein erstes Interview mit einem Autor zu veröffentlichen.
Mein Interviewpartner, Oliver Buslau, ist ein deutscher Krimiautor, der unter anderem durch seine regionalen “Reintal-Krimis” bekannt wurde.

Hier sind 10 Fragen an Oliver Buslau:

Jörn: 1.Herr Buslau, Ihr Buch “Das Gift der Engel” ist ein Krimi, der im Rheintal spielt. Verraten Sie uns, woran Sie gerade arbeiten?
Oliver Buslau:Nach dem “Rheintal-Krimi” “Das Gift der Engel widme ich mich wieder mal meiner Bergischen Serie um den Privatdetektiv Remigius Rott. Diese Krimis spielen ja im Bergischen Land, also in der Gegend östlich von Köln. Im Moment “plotte” ich gerade den neuen Fall — das heißt, ich baue die Handlung auf und recherchiere. Im August, also nächsten Monat, werde ich die erste Fassung dann schreiben.
Jörn: 2.Sie sind dafür bekannt, real existierende Personen in Ihre Bücher einzuarbeiten. Ist es dadurch einfacher, die Figuren dreidimensional wirken zu lassen?
Oliver Buslau: Teils, teils. Die realen Figuren treten nur als “Helfer” des Ermittlers auf — niemals als Ermittler, als Täter oder Opfer. Das würde mir zu weit gehen. In der Helfer-Rolle machen sie sich sehr gut, denn man kann sie unmittelbar mit ihrer typischen Art, ihren individuellen Vorlieben, Berufen, Hobbys etc. anbringen, und gewöhnlich erstreckt sich die Mitwirkung ja auch nur auf eine einzige Szene. Es wäre sicher schwierig, eine reale Person zum Protagonisten zu machen. Dafür brauche ich schon den Freiraum der Fantasie. Außerdem hat eine dreidimensionale Figur ja auch Macken, Fehler und so weiter, und so was kann ich einer wirklichen Person nicht andichten.
Jörn: 3.Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Figur nicht von einer Person ableiten, sondern von Grund auf neu entwerfen?
Oliver Buslau: Entweder ich habe einen Geistesblitz, und dann fällt mir auf einmal ganz viel zu einer Figur ein, und ich haue ihr Porträt aufs Papier, oder ich muss arbeiten. Das ist leider in 99 % der Fälle so, und dann folge ich der Methode des Schreiblehrers James N. Frey: Ich entwickle die äußere Erscheinung, den sozialen und biografischen Hintergrund und die psychologische „Landschaft“ der Figur. Ich mache mir klar, was diese Figur im Leben will, was sie auf keinen Fall will, was sie als Glück oder Unglück empfinden würde. Und dann — ein ganz heißer Tipp von Frey — schreibe ich ein Tagebuch der Figur, ich versetze mich als ganz und gar in diese Person hinein. Irgendwann ist sie mir auf diesem Weg dann ganz vertraut. Die Arbeit mit den Figuren ist übrigens immer das erste, was ich tue. Erst danach kommt der Plot. Und wenn ich dann trotzdem schon Ideen für den Plot habe, müssen sie warten, bis ich die Figuren habe. Wenn mir später in der Handlung Zweifel kommen, was als nächstes passieren soll, kehre ich auch während der späteren Arbeit zu den Figuren zurück. Oft zeigt sich, dass ich immer noch bei der betreffenden Figur ein —Loch— habe, weshalb ich nicht auf ihre Handlung komme.
Jörn: 4.Sie schreiben Ihre Bücher nach einem festen Zeitplan, wie gelingt es Ihnen, die Disziplin aufzubringen, um diesen einzuhalten?
Oliver Buslau:Für mich ist es am besten, das in Zahlen festzumachen: täglich soundsoviel Seiten ergibt soundsoviel Seiten wöchentlich, monatlich usw. Das ergibt eine erste Fassung von etwa 300 Seiten in dieser oder jener Zeit, das wiederum ergibt so und so viel Zeit, in der ich die Fassung ruhen lassen kann und dann habe ich noch so viel für die zweite Fassung etc. Salamitaktik ist das Beste. Und natürlich täglich der Tritt in den Hintern: Du schreibst jetzt eine Stunde, und wenn es das letzte ist, was Du tust! Es macht komischerweise immer erst dann Spaß, wenn man angefangen hat. Vorher ist man Weltmeister im Vermeiden. Irgendwann setzt sich diese Erkenntnis als Erfahrung fest, und dann geht es leichter. Ich schreibe lieber an vielen Tagen wenig, als an ganz wenigen Tagen mit Unterbrechungen viel.
Jörn: 5. “Das Gift der Engel” handelt von einer rätselhaften Partitur, und Sie haben früher selbst komponiert. Bestehen Analogien zwischen der Komposition eines Musikstücks und dem Schreiben eines Buches?
Oliver Buslau: Absolut. Gerade im Krimi. Da gibt es ja auch an- und abschwellende Spannung, Kontraste, sich langsam einschleichende Themen, die dann irgendwann ganz wichtig werden usw. Krimis werden komponiert, keine Frage. Sie ähneln in vielem sogar der klassischen Form der Fuge.
Jörn: 6.Für den Privatermittler Remigius Rott, den Protagonisten ihrer “Bergischen Krimi”-Reihe, haben Sie unter www.remigiusrott.de eigens eine Internetseite eingerichtet. Wie wichtig ist Ihnen als Autor das Medium Internet?
Oliver Buslau: Wie man gerade sieht, sehr wichtig! Ich habe von Anfang an die Möglichkeiten des Internets zu nutzen versucht, so weit es mir möglich ist (leider bin ich nicht gerade der große Programmierer). Man erreicht eine Menge Leute, man kann Interessen bündeln. Ganz wichtig ist zum Beispiel die Mailingliste meiner Leser, die ich regelmäßig über meine Aktivitäten unterrichte. Auch wenn dieses Interview erscheint, werden sie es erfahren.
Jörn: 7.Vor kurzem nahmen Sie, gemeinsam mit zwei anderen Autoren, an einer virtuellen Lesung im Internet teil. Über das Programm “Second Life” konnten Ihnen viele Leser zuhören, während Sie gemütlich vor ihren Rechnern saßen. Denken Sie, dass sich unsere Auffassung von Literatur ändern wird?
Oliver Buslau: Die ändert sich eh andauernd. Die Literatur musste schon immer mit anderen Medien konkurrieren — erst mit dem Theater und der Oper, dann auch noch mit dem Kino, schließlich mit Radio und Fernsehen und Internet…Auch wenn viele sagen, das Buch sterbe nicht aus, glaube ich doch, dass wir nicht mehr sehr lange in Büchern lesen werden, sondern in anderen Medien. (Auch das erlebst Du, lieber Leser, der Du gerade am Schirm sitzt, gerade in dieser Sekunde!) Aber das ist gar nicht so wichtig. Das Entscheidende an der Literatur ist ja nicht, dass sie auf Papier gedruckt wird, sondern dass sie aus Buchstaben und Wörtern besteht. Und das hat sich ja nicht geändert und wird sicher auch noch eine Weile erhalten bleiben.
Jörn: 8.Sie sind Chefredakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift “TextArt – Magazin für kreatives Schreiben”. Woher kam die Idee und was möchten Sie Ihren Lesern mit auf den Weg geben?
Oliver Buslau: Mitte der 90er Jahre hatte ich mich als freier Musikjournalist etabliert, aber ich wollte auch mal was Erzählerisches schreiben — am liebsten einen Krimi, weil mich das Thema “Regionalkrimi” sehr begeisterte. Ich schrieb munter drauflos und begann mich gleichzeitig für das Handwerkliche am Schreiben zu interessieren. Ich las einige Lehrbücher und erhielt von Freunden Zeitschriften aus den USA — zum Beispiel “Writers Digest”. Und da fiel mir auf, dass in Deutschland eine solche Zeitschrift für Kreatives Schreiben fehlte. Ich fand dann zum Glück die richtigen Partner, die mir bei der Verwirklichung meiner Zeitschriftenidee halfen. Mein Geschäftspartner Carsten Dürer, Inhaber des Düsseldorfer Staccato-Verlages und Herausgeber mehrerer Musikzeitschriften, übernahm die Herstellungsseite, das Kaufmännische und Buchhändlerische, ich sorgte und sorge für den Inhalt. Im September 2000 ist die erste Ausgabe erschienen. Wir wollen unseren Leserinnen und Lesern nicht nur die Botschaft mit auf den Weg geben, dass man Schreiben wie andere künstlerische Betätigungen lernen kann, sondern auch wie es geht und wo man das lernen kann. Neben unseren Praxisbeiträgen, Interviews und anderen Berichten ist ja eine wichtige Rubrik unser Seminarteil. Neuerdings bieten wir über ein Internetforum (zu erreichen über www.textartmagazin.de) Schreibinteressierten auch die direkte Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs.
Jörn: 9.Ein junger, offensichtlich talentierter Autor kommt zu Ihnen und bittet Sie um Rat. Was ist die wichtigste Lektion, die Sie über das Schreiben je gelernt haben?
Oliver Buslau: Es sind mehrere Lektionen: Es zählt nur, was auf dem Papier steht — und das muss am Anfang gar nicht perfekt sein. Was nicht zählt, sind Träume, Visionen von sich selbst als Autor, Ideen zu Geschichten, die nicht aufgeschrieben werden und so weiter. Man lernt nur an Texten, die man beendet. Anfänge schreiben kann jeder, Texte zu Ende zu bringen, ist das Entscheidende, was einen zum Autor macht. Man muss nicht das Rad neu erfinden. Das Schreiben kann sich anders anfühlen, als man immer dachte. Man muss recherchieren (viel mehr, als ich als junger Autor dachte). Die Schreibarbeit besteht gar nicht hauptsächlich aus Schreiben, sondern aus Überarbeiten. Man muss dranbleiben.
Jörn: 10.Wenn Remigius Rott etwas zu diesem Interview hinzufügen könnte, was würde er sagen?
Oliver Buslau: Ein Glück, dass du nicht so viel über meinen neuen Fall verraten hast! Da kommen ein paar ziemlich heikle Sachen vor, und wenn die schon verraten werden müssen, reicht es, wenn sie in dem Buch stehen!

Vielen Dank für das Interview, Herr Buslau!

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Buchmacher: Interessanter Wettbewerb

Unter dem Titel “Buchmacher” starten jetzt.de (von der Süddeutschen Zeitung) und Books on Demand einen sehr interessanten Wettbewerb.

Zu gewinnen gibt es nicht weniger als den Druck des eigenen Buches, garniert mit Hilfe bei der Vermarktung und Veröffentlichung und einer Einladung auf die Frankfurter Buchmesse.

Einzureichen sind drei Textproben egal welcher Art ( Kurzgeschichten, Aufsätze oder Auszüge aus einem Roman), so wie ein Exposé, in dem ein wenig zur eigenen Person und zu dem Roman steht, den man denn zu schreiben gedenkt.

Einsendeschluss ist der <strong>23. Juli</strong>.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite von jetzt.de.

Gefunden auf dem Blog von JustBooks.de

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