Rhetorische Figuren Teil 2: Die Onomatopoesie
Hinter dem wunderschönen Wort Onomatopoesie versteckt sich eigentlich nichts anderes als die altbekannte Lautmalerei, also die Wiedergabe eines Geräusches als geschriebenes Wort.
Sobald in einer Geschichte also ein Geräusch “wiedergegeben” wird, indem der Autor beispielsweise Rumms oder Patsch schreibt, handelt es sich im eigentlichen Sinn schon um Onomatopoesie.
Die Benutzung eines onomatopoetischen Wortes gibt der Geschichte häufig etwas kindliches. Sätze wie “Mit einem lauten Rumms hauchte der Motor sein Leben aus” eignen sich nicht gerade dazu, einer Geschichte einen spannenden Tiefgang zu verpassen, zumal sie den Leser wahrscheinlich eher an einen Comic erinnern werden als an ein seriös verfasstes, literarisches Machwerk.
Dass sich auch jenseits von Kinderbüchern eine Menge mit gemalten Wörtern erreichen lässt, zeigt der japanische Autor Haruki Murakami. Seine Geschichten sind häufig mit einer gehörigen Portion Surrealität durchsetzt, und um im Leser den seltsam fremden Eindruck zu erwecken, die seine Werke mit sich ziehen, benutzt Murakami häufig onomatopoetische Ausdrücke wie zum Beispiel in seiner Kurzgeschichte “TV-People” in dem Buch Wie ich eines schönen Morgens im April das 100prozentige Mädchen sah.
Wenn man, wie Murakami, eher experimentelle, surrealistische Literatur verfassen möchte, kann man ruhig Laute malen, in den meisten Texten jedoch wirkt die Onomatopoesie hinderlich, da sie die meisten Leser aus dem Lesefluss reißt. Rumms!
Siehe auch
Wenn euch dieser Beitrag gefallen hat, abonniert doch meinen Newsletter.
























