10 Gewohnheiten, um ein besserer Autor zu werden
Wir sind das, was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit
- Aristoteles
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, anders kann man es nicht ausdrücken. Wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Zähne zu putzen, wir gewöhnen uns daran, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken, wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Emails abzurufen.
Warum also sollte man sich nicht an etwas gewöhnen, das uns weiter bringt? Ganz einfach: Sich eine Angewohnheit anzuerziehen ist harte Arbeit.
Am einfachsten geht es, wenn man das Ziel konstant verfolgt, denn irgendwann adaptiert sich das Hirn an die neue Situation und folgt dem Trott.
In diesem Beitrag möchte ich euch 10 Gewohnheiten ans Herz legen, die euch zu einem besseren Schriftsteller machen werden. Fühlt euch frei, eine, mehrere oder alle zu übernehmen, doch tut es nicht gleichzeitig, das überwältigt und steht eurem Ziel im Wege.
Fangt lieber an, euch eine nach der anderen in beliebiger Reihenfolge vorzunehmen, denn sich eine Angewohnheit anzuerziehen, ist einfacher.
- Tragt immer ein Buch bei euch
Beobachtet euch doch einmal bei eurem Tagesablauf. Ob in der Bahn oder im Wartezimmer, beim Essen, bei der Kaffeepause, jeder Mensch hat ungenutzte Zeit zur Verfügung. Wenn ich grob schätzen müsste, würde ich sagen, ich habe pro Tag 30-45 Minuten Zeit, in der ich nichts zu tun habe. Nutzt diese Zeit aktiv, indem ihr immer ein Buch bei auch tragt. Jeder Schreibende weiß, dass Lesen fast so wichtig ist wie das Schreiben selbst, also nutzt jede Gelegenheit, um gute Bücher zu verschlingen, als gäbe es kein Morgen. - Tragt immer ein Notizbuch bei euch
Ideen sind flüchtig und das menschliche Gehirn unzuverläßig. Stellt sicher, dass ihr aufschreiben könnt, was euch die Muse ins Ohr flüstert und ihr werdet unmittelbar produktiver sein. - Führt ein Produktivitätsprotokoll
Ein ungeheurer Ansporn für mich ist zu sehen, wie ich mich über die Zeit entwickle. Zu diesem Zweck habe ich mir angewöhnt, die Anzahl der Wörter, die ich an einem Tag schreibe, in meinen Kalender einzutragen. Von dort aus übertrage ich sie in eine Excel-Liste und lasse mir ein Diagramm ausgeben. Auf diese Weise kann ich sehr schön verfolgen, an welchen Tagen ich produktiv war, und auch Lücken in meinem Schreibplan fallen direkt auf. - Belohnt euch nach getaner Arbeit
Das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip. Gönnt euch selbst eine Kleinigkeit, wenn ihr geschrieben habt. Für mich war das beispielsweise eine Zeit lang das Zubereiten eines besonders leckeren Sandwiches zum Frühstück. Andere Belohnungen könnten etwa sein: etwas in einem guten Buch schmökern, Schokolade, eine Rückenmassage vom Partner, eine halbe Stunde Fernsehen, ein Tour über die liebsten Internetseiten, einen Lauf im Park, eine Tasse Kaffee, Beobachten des Sonnenaufgangs, Musik auf voller Lautstärke… - Bestraft euch nach nicht getaner Arbeit
Der Umkehrschluss: Gönnt euch keine Annehmlichkeiten, wenn ihr an einem Tag nicht geschrieben habt. Keine morgendliche Tasse Kaffee, keinen Schokoriegel in der Mittagspause. Gebt diesen beiden Gewohnheiten etwas Zeit, und es sollte sich ein Effekt einstellen wie bei Pavlovs Hund: Das Gehirn lernt, dass es nach dem Schreiben belohnt wird. - Führt ein Tagebuch
Für uns Schreibende ist es essenziell wichtig, so viel wie irgend möglich zu schreiben, denn nur aus Übung entsteht Perfektion. Eine Möglichkeit, sich zur Regelmäßigkeit zu animieren, ist, ein Tagebuch zu führen. Ich habe vor kurzem angefangen, obwohl ich mich dabei wie ein Teenager fühlte, und ich muss sagen: Es lohnt sich. Versucht, nicht stur euren Tagesablauf abzuarbeiten, sondern protokolliert Gefühle, Gedanken, Zweifel und Ängste. Die werden euch in zukünftigen Geschichten mehr zu Gute kommen. - Schreibt zu festen Zeiten. Immer.
Setzt euch eine feste Zeit am Tag, an der ihr schreibt. Nicht recherchiert, nicht an alten Texten herumdoktort, sondern einfach die Ventile öffnet und herausfließen lasst, was gesagt werden muss. Zu dieser Zeit seid ihr nicht ansprechbar: Sagt das euren Partnern / Kindern / Mitbewohnern. Schließt die Tür, sowohl physikalisch als auch metaphorisch. Widmet euch ganz eurer Arbeit während dieser Zeit, lasst den Anrufbeantworter ans Telefon und eure Freundin an die Tür gehen. Sagt Parties ab. Schreibt. In meiner Erfahrung hat es sich herausgestellt, dass ich in den frühen Morgenstunden am produktivsten bin, doch das ist wohl von Person zu Person verschieden. Am wichtigsten ist, dass ihr einen festen Plan zum Schreiben habt und euch daran haltet. - Schreibt jeden Tag ein Wort auf, welches ihr öfters oder eins, was ihr nicht mehr verwenden wollt
Die deutsche Sprache ist voll von wunderschönen Worten und Ausdrücken (”nichtsdestoweniger” finde ich eine wunderschöne Formulierung) und ebenso angefüllt mit Wörtern, die am besten in der Versenkung verschwänden. Gewöhnt euch an, eure Lieblinge zu kultivieren (nicht überstrapazieren!) und andere Wörter zu knechten. - Sprecht grammatikalisch korrekt
Wenn ihr korrekt schreiben wollt, sprecht korrekt. Sagt nicht: “Ich bin heute morgen mit der Bahn gefahren”, sondern “Ich fuhr mit der Bahn”. Sagt nicht: “Ich bin wegen dem Stau zu spät”, sagt: “Ich kam wegen des Staus zu spät”. Vermeidet das Passiv. Lernt die grammatikalischen Grundregeln. Ihr werdet sehen, dass sich das nicht nur positiv auf eure Schreibe, sondern auch auf euer menschliches Miteinander auswirken wird. - Seht nicht mehr fern
Wie in einem früheren Beitrag schon angemerkt ist fernsehen eine der Tätigkeiten, die für einen Schreiberling den (literarischen) Tod bedeuten können. Lasst euch nicht von den Medien einlullen. Ihr seid auf diesem Planeten, um etwas zu erschaffen, nicht um euch von Fernsehrichtern berieseln zu lassen. Seid wütend auf das Fernsehen, es hat schon genug eurer Romane gefressen.
Tags:
gewohnheiten, grammatik, sprache, zeitWenn euch dieser Beitrag gefallen hat, abonniert doch meinen Newsletter.

