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Jerry Seinfelds Motivationsgeheimnis

Jerry Seinfeld, Foto von Alan Light
Foto von Alan Light

Viele talentierte Schreiberlinge scheitern an einer ganz bestimmten Kleinigkeit: Konsequenz.

Viele sind gute Schreiber, viele sogar talentiert, doch die meisten von uns, und da schließe ich mich bei weitem nicht aus, müssen an ihrem Können arbeiten. Es ist möglich, die eigene Schreibe zu verbessern, doch etwas zu erschaffen, was wirklich von Bedeutung ist, erfordert eiserne Beharrlichkeit. Konsequent sein Ziel vor Augen und kontinuierlich darauf hin zu arbeiten, ist etwas, dass nur den wenigsten auf lange Sicht gelingt.

Zu einfach schleichen sich alltägliche Aufgaben dazwischen, andere Hobbies, Freunde, die Familie, und schon ist vergessen, dass man ja eigentlich einen Roman schreiben wollte.

Der Komiker Jerry Seinfeld (in Amerika sehr berühmt, in Deutschland war er mit seiner Fernsehserie Seinfeld bekannt) hat sein eigenes System entwickelt, am Ball zu bleiben.

Er weiß, dass zielgerichtete Arbeit über einen langen Zeitraum auch für einen Comedian sehr wichtig ist, und kaufte sich deswegen einen großen Wandkalender, welcher auf einem Blatt das ganze Jahr anzeigte.

Nach jedem Tag prüft er, ob er ausreichend an seiner Karriere gearbeitet hat, und streicht danach den Tag im Kalender an. Auf diese Weise entsteht, im günstigsten Fall, eine durchgehende Linie, die sich über Tage, vielleicht Wochen zieht.

Der Effekt? Er fing an, die Linie zu mögen. Er wollte sie wachsen sehen und arbeitete deswegen härter an sich selbst.

Seinfelds Kommentar zu seiner Methode und der Punkt, den er am meisten betonte: Don’t break the chain (Breche Brich nicht die Kette)

Ich finde diese Methode, sich selbst zu motivieren, sehr schön und kann mir denken, dass sie eine Menge dazu beitragen kann, im Rhythmus zu bleiben. Vielleicht schaue ich in den nächsten Tagen mal, wo sich ein billiger Wandkalender auftreiben lässt.

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10 Gewohnheiten, um ein besserer Autor zu werden

Gewohnheiten zu ändern, kann euch zu einem besseren Autor machen
Illustration: Guido Göbbels

Wir sind das, was wir wiederholt tun, Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit - Aristoteles

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, anders kann man es nicht ausdrücken. Wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Zähne zu putzen, wir gewöhnen uns daran, morgens eine Tasse Kaffee zu trinken, wir gewöhnen uns daran, täglich unsere Emails abzurufen.

Warum also sollte man sich nicht an etwas gewöhnen, das uns weiter bringt? Ganz einfach: Sich eine Angewohnheit anzuerziehen ist harte Arbeit.

Am einfachsten geht es, wenn man das Ziel konstant verfolgt, denn irgendwann adaptiert sich das Hirn an die neue Situation und folgt dem Trott.

In diesem Beitrag möchte ich euch 10 Gewohnheiten ans Herz legen, die euch zu einem besseren Schriftsteller machen werden. Fühlt euch frei, eine, mehrere oder alle zu übernehmen, doch tut es nicht gleichzeitig, das überwältigt und steht eurem Ziel im Wege.

Fangt lieber an, euch eine nach der anderen in beliebiger Reihenfolge vorzunehmen, denn sich eine Angewohnheit anzuerziehen, ist einfacher.

  1. Tragt immer ein Buch bei euch
    Beobachtet euch doch einmal bei eurem Tagesablauf. Ob in der Bahn oder im Wartezimmer, beim Essen, bei der Kaffeepause, jeder Mensch hat ungenutzte Zeit zur Verfügung. Wenn ich grob schätzen müsste, würde ich sagen, ich habe pro Tag 30-45 Minuten Zeit, in der ich nichts zu tun habe. Nutzt diese Zeit aktiv, indem ihr immer ein Buch bei auch tragt. Jeder Schreibende weiß, dass Lesen fast so wichtig ist wie das Schreiben selbst, also nutzt jede Gelegenheit, um gute Bücher zu verschlingen, als gäbe es kein Morgen.
  2. Tragt immer ein Notizbuch bei euch
    Ideen sind flüchtig und das menschliche Gehirn unzuverläßig. Stellt sicher, dass ihr aufschreiben könnt, was euch die Muse ins Ohr flüstert und ihr werdet unmittelbar produktiver sein.
  3. Führt ein Produktivitätsprotokoll
    Ein ungeheurer Ansporn für mich ist zu sehen, wie ich mich über die Zeit entwickle. Zu diesem Zweck habe ich mir angewöhnt, die Anzahl der Wörter, die ich an einem Tag schreibe, in meinen Kalender einzutragen. Von dort aus übertrage ich sie in eine Excel-Liste und lasse mir ein Diagramm ausgeben. Auf diese Weise kann ich sehr schön verfolgen, an welchen Tagen ich produktiv war, und auch Lücken in meinem Schreibplan fallen direkt auf.
  4. Belohnt euch nach getaner Arbeit
    Das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip. Gönnt euch selbst eine Kleinigkeit, wenn ihr geschrieben habt. Für mich war das beispielsweise eine Zeit lang das Zubereiten eines besonders leckeren Sandwiches zum Frühstück. Andere Belohnungen könnten etwa sein: etwas in einem guten Buch schmökern, Schokolade, eine Rückenmassage vom Partner, eine halbe Stunde Fernsehen, ein Tour über die liebsten Internetseiten, einen Lauf im Park, eine Tasse Kaffee, Beobachten des Sonnenaufgangs, Musik auf voller Lautstärke…
  5. Bestraft euch nach nicht getaner Arbeit
    Der Umkehrschluss: Gönnt euch keine Annehmlichkeiten, wenn ihr an einem Tag nicht geschrieben habt. Keine morgendliche Tasse Kaffee, keinen Schokoriegel in der Mittagspause. Gebt diesen beiden Gewohnheiten etwas Zeit, und es sollte sich ein Effekt einstellen wie bei Pavlovs Hund: Das Gehirn lernt, dass es nach dem Schreiben belohnt wird.
  6. Führt ein Tagebuch
    Für uns Schreibende ist es essenziell wichtig, so viel wie irgend möglich zu schreiben, denn nur aus Übung entsteht Perfektion. Eine Möglichkeit, sich zur Regelmäßigkeit zu animieren, ist, ein Tagebuch zu führen. Ich habe vor kurzem angefangen, obwohl ich mich dabei wie ein Teenager fühlte, und ich muss sagen: Es lohnt sich. Versucht, nicht stur euren Tagesablauf abzuarbeiten, sondern protokolliert Gefühle, Gedanken, Zweifel und Ängste. Die werden euch in zukünftigen Geschichten mehr zu Gute kommen.
  7. Schreibt zu festen Zeiten. Immer.
    Setzt euch eine feste Zeit am Tag, an der ihr schreibt. Nicht recherchiert, nicht an alten Texten herumdoktort, sondern einfach die Ventile öffnet und herausfließen lasst, was gesagt werden muss. Zu dieser Zeit seid ihr nicht ansprechbar: Sagt das euren Partnern / Kindern / Mitbewohnern. Schließt die Tür, sowohl physikalisch als auch metaphorisch. Widmet euch ganz eurer Arbeit während dieser Zeit, lasst den Anrufbeantworter ans Telefon und eure Freundin an die Tür gehen. Sagt Parties ab. Schreibt. In meiner Erfahrung hat es sich herausgestellt, dass ich in den frühen Morgenstunden am produktivsten bin, doch das ist wohl von Person zu Person verschieden. Am wichtigsten ist, dass ihr einen festen Plan zum Schreiben habt und euch daran haltet.
  8. Schreibt jeden Tag ein Wort auf, welches ihr öfters oder eins, was ihr nicht mehr verwenden wollt
    Die deutsche Sprache ist voll von wunderschönen Worten und Ausdrücken (”nichtsdestoweniger” finde ich eine wunderschöne Formulierung) und ebenso angefüllt mit Wörtern, die am besten in der Versenkung verschwänden. Gewöhnt euch an, eure Lieblinge zu kultivieren (nicht überstrapazieren!) und andere Wörter zu knechten.
  9. Sprecht grammatikalisch korrekt
    Wenn ihr korrekt schreiben wollt, sprecht korrekt. Sagt nicht: “Ich bin heute morgen mit der Bahn gefahren”, sondern “Ich fuhr mit der Bahn”. Sagt nicht: “Ich bin wegen dem Stau zu spät”, sagt: “Ich kam wegen des Staus zu spät”. Vermeidet das Passiv. Lernt die grammatikalischen Grundregeln. Ihr werdet sehen, dass sich das nicht nur positiv auf eure Schreibe, sondern auch auf euer menschliches Miteinander auswirken wird.
  10. Seht nicht mehr fern
    Wie in einem früheren Beitrag schon angemerkt ist fernsehen eine der Tätigkeiten, die für einen Schreiberling den (literarischen) Tod bedeuten können. Lasst euch nicht von den Medien einlullen. Ihr seid auf diesem Planeten, um etwas zu erschaffen, nicht um euch von Fernsehrichtern berieseln zu lassen. Seid wütend auf das Fernsehen, es hat schon genug eurer Romane gefressen.

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Wie man Zeit zum Schreiben findet

Ein kleiner Mensch klammert sich an die Zeiger eines Weckers
Illustration: Guido Göbbels

Habt ihr auch schon mal den Satz gesagt: “Ich habe keine Zeit zum Schreiben”?

Natürlich, wir haben alle einen prall gefüllten Tagesablauf, wir alle haben Jobs, wir alle haben Freunde und vielleicht Partner, die Aufmerksamkeit beanspruchen, wir haben Hobbys neben dem Schreiben, und dann kommt natürlich noch hinzu, dass wir unsere Lieblingsserien im Fernsehen nicht verpassen wollen.

Doch führen wir uns doch mal für einen Moment die Tatsache vor Augen, dass jedem einzelnen von uns, jedem Menschen auf diesem Planeten exakt das gleiche Maß an Zeit zur Verfügung steht, vierundzwanzig Stunden pro Tag, sechzig Minuten in der Stunde. Wie kommt es also, dass manche Autoren wie am Fließband Dreihundert-Seiten-Bücher produzieren, während wir kaum in der Lage sind, eine kleine Kurzgeschichte am Stück zu tippen?

“Moment”, werden vielleicht manche argumentieren. “Diese Personen sind ja Schriftsteller von Beruf. Die haben doch den ganzen Tag nichts anderes zu tun.”

Stimmt nicht. Wie hoch schätzt ihr die Wahrscheinlichkeit, dass zum Beispiel Stephen King einfach eines Tages entschieden hat, seinen Job an den Nagel zu hängen, Vollzeit-Schriftsteller zu werden und damit auch noch sein täglich Brot verdienen will? Richtig, das wird nicht funktionieren.

Wie also schaffen wir es, das Schreiben in unser tägliches Leben zu integrieren?

Ganz einfach: Indem wir uns überlegen, dass “Ich habe keine Zeit zu schreiben” in Wirklichkeit bedeutet: “Andere Dinge sind mir wichtiger als das Schreiben”. Ihr habt doch auch Zeit für’s Fernsehen oder um im Internet zu surfen, oder?

Wenn wir also Zeit zum Schreiben gewinnen wollen, müssen wir uns überlegen, welche unwichtigeren Dinge wir dafür zur Seite legen können.

  • Fernsehen
    Ich meine es ernst: Hört auf, fernzusehen. Am besten komplett. Ich persönlich besitze zwar einen Fernseher, doch der ist nicht an den Kabelempfang angeschlossen. Wenn ihr es schafft, das Fernsehen komplett zu streichen, sehr gut, wenn ihr auf ein paar Serien besteht (tue ich auch), schaut sie bei einem Freund oder, noch besser, leiht sie euch auf DVD. Ihr könnt sie dann schauen, wenn ihr wirklich Zeit dazu habt, zum Beispiel als Belohnung nach dem Schreiben.
  • Gefallen
    Wenn es euch geht wie mir, werdet ihr häufig von Freunden gefragt, ob ihr nicht mal schnell dieses oder jenes für sie erledigen könntet. Ich bin weit davon entfernt, euch zu empfehlen, euren Freunden keine Gefallen mehr zu tun, das nächste Mal, wenn ihr gefragt werdet, überlegt euch einfach nur: Braucht dieser Freund wirklich meine Hilfe? Würde er mir wirklich grollen, wenn ich sage: “Tut mir leid, ich habe keine Zeit für dein Projekt, da ich im Moment an meinem Roman / meiner Kurzgeschichte arbeite”?
  • Süchte
    Süchte können natürlich gesundheits- und/oder charakterschädigend sein, sie können jedoch auch Zeit fressen. Ihr braucht euch nicht die gelegentliche Zigarette oder den Kaffee abgewöhnen, ich meine zum Beispiel die Sucht nach Videospielen. Ich kann überhaupt nicht zählen, wie viele Stunden, die ich zum Schreiben hätte nutzen können, ich damit verschwendet habe. Vielleicht seid ihr süchtig nach John Sinclair-Romanen, ganz egal, wenn eure Süchte zu viel Zeit verschlingen und euch von eurem Traum abhalten: Weg damit!
    Auch die Sucht nach Alkohol kann in eure Schreib-Zeit einschneiden: Wie viel Zeit verschwenden wir, wenn wir mit Kater auf der Couch liegen?
    Auf dem (englischsprachigen) Blog www.zenhabits.net findet ihr eine ganze Menge guter Tipps, wie man sich solch schlechte Gewohnheiten abtrainieren kann.
  • Schlaf
    Nein, ihr sollt euch nicht bis zur Insomnia selbst kasteien, doch überlegt mal folgendes: Schlaft ihr am Wochenende aus? Bis wann, bis zwölf vielleicht? Und wann steht ihr unterhalb der Woche auf, eventuell um sechs? Ich brauche niemandem vorzurechnen, dass das zwölf Stunden pro Wochenende sind, die ihr dadurch gewinnt, oder? Führt den Gedanken weiter, und mit dem Hintergedanken, dass ihr dadurch sechshundertvierundzwanzig Stunden im Jahr geschenkt bekommt, sieht die Aussicht, am Wochenende etwas früher aus den Federn zu kommen, gar nicht mehr so furchteinflößend aus.
    Außerdem könnt ihr euch angewöhnen, eine Stunde vor der normalen Zeit unter der Woche aufzustehen, wenn sich das einrichten lässt, denn so gewinnt ihr auch eine ganze Menge Zeit zum Schreiben. Natürlich müsst ihr dadurch früher ins Bett gehen, doch was ist wichtiger: Stephan Raab im Fernsehen oder euer Erstlingswerk?
  • Warten
    Der Mensch wartet dauernd auf irgendetwas. Auf den Zug, auf den Bus, auf den Zahnarzttermin oder stundenlang am Flughafen. Gewöhnt euch einfach an, einen Block und einen Stift mit euch zu führen, wo immer ihr hingeht. Ich sage ja nicht, dass ihr euren Roman in der U-Bahn schreiben sollt, doch statt die Express zu lesen, könnte man doch prima seine Gedanken schweifen lassen, welche Probleme man seinen Charakteren in den Weg stellt, oder? Ansonsten: Habt immer ein Buch dabei. Wer schon nicht schreibt, der sollte wenigstens lesen.

So, das waren meine Ideen, wie ihr euch Zeit zum Schreiben ansparen könnt. Wenn ihr noch Einfälle habt, lasst es mich wissen und ich werde sie hinzufügen.

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